Terrorverdächtiger Reda S.: Morddrohungen bleiben ohne Folgen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Terrorverdächtiger Reda S. Morddrohungen bleiben ohne Folgen

Der aus Ägypten stammende deutsche Islamist Reda S. muss wegen indirekt geäußerter Tötungs-Gedanken vorerst nicht erneut in Haft. Der 43-Jährige war in dieser Woche nach zehn Monaten in einem indonesischen Gefängnis nach Deutschland geflogen worden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - In einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau" wurde er am Donnerstag mit drastischen Worten zitiert: "Laut Koran ist es eine Pflicht, Kaffer umzubringen." Damit sind Ungläubige gemeint. Auch sei es in Ordnung, Terrorist zu sein. Weil S. geschickt nur den Koran anführt und die Aussagen nicht auf einen konkreten Plan bezieht, reicht es vorerst nicht für einen deutschen Haftbefehl.

Der Islamist, der unter diversen Namen wie "Hans Kreis" auftrat, war voriges Jahr in Indonesien verhaftet worden (SPIEGEL 40/2002). Der Vorwurf damals: Er habe von Anschlagsplänen der Qaida gewusst. S. wurde dann aber nur wegen Einreisevergehen verurteilt. Seit September 2002 ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen ihn wegen des Verdachts der Unterstützung einer ausländischen Terrorvereinigung.

Dominik Cziesche