Terrorverdächtiger Reda S. Morddrohungen bleiben ohne Folgen
Hamburg - In einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau" wurde er am Donnerstag mit drastischen Worten zitiert: "Laut Koran ist es eine Pflicht, Kaffer umzubringen." Damit sind Ungläubige gemeint. Auch sei es in Ordnung, Terrorist zu sein. Weil S. geschickt nur den Koran anführt und die Aussagen nicht auf einen konkreten Plan bezieht, reicht es vorerst nicht für einen deutschen Haftbefehl.
Der Islamist, der unter diversen Namen wie "Hans Kreis" auftrat, war voriges Jahr in Indonesien verhaftet worden (SPIEGEL 40/2002). Der Vorwurf damals: Er habe von Anschlagsplänen der Qaida gewusst. S. wurde dann aber nur wegen Einreisevergehen verurteilt. Seit September 2002 ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen ihn wegen des Verdachts der Unterstützung einer ausländischen Terrorvereinigung.
Dominik Cziesche