Terry Burnham - DER SPIEGEL
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Klüger werden mit: Terry Burnham

Der 42-jährige Dozent für Ökonomie an der Harvard Business School über den Einfluss der Gene auf unseren Alltag
• aus DER SPIEGEL 8/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: Mr. Burnham, was haben Sie heute gemacht, wofür nicht Sie verant- wortlich waren, sondern Ihre Gene?

Burnham: Ich habe bereits viel zu viele Süßigkeiten verdrückt, und anstatt am Schreibtisch zu sitzen und zu arbeiten, habe ich am Fernseher die Aktienkurse beobachtet und spekuliert. Meine größte Leidenschaft. Dabei habe ich gerade mit meinem Freund Jay Phelan eine Art Gebrauchsanleitung für den Kopf geschrieben - wie wir unsere vererbten Urtriebe überwinden können. Sie sehen, es funktioniert nicht immer.

SPIEGEL: Ihr Buch »Unsere Gene« ist eine humorvolle Sammlung neuester Erkenntnisse der Verhaltensforschung. Sind wir, trotz der Entschlüsselung des Genoms, immer noch die Sklaven unserer Gene?

Burnham: Solange wir nicht lernen, unsere genetischen Einflüsse zu kontrollieren, ja. Die sinnloseste Erbinformation, die wir von unseren Steinzeitvorfahren vererbt bekommen haben, ist Hunger. Früher war Hunger - in den Dritte-Welt-Ländern ist das auch heute noch so - ein überlebenssicherndes Merkmal. Aber in der modernen westlichen Welt ist es ein Programmfehler, der dazu führt, dass allein in den USA ein Drittel der Bevölkerung auf Diät lebt. Der menschliche Körper wird aber auch in Zukunft zu viel Fett speichern.

SPIEGEL: Und Sie wissen, wie wir uns dagegen wehren können?

Burnham: Wir versuchen verschiedene Tipps zu geben, wie man es zum Beispiel schafft, sein Idealgewicht zu halten, wie man sein »Verschwender-Gen« überlistet und von seinen Schulden runterkommt oder wie man eine glückliche Ehe führen kann, obwohl wir Menschen nicht auf Treue angelegt sind. Vor allem erklären wir aber wissenschaftlich, warum Dinge sind, wie sie sind.

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