Texas: Todeskandidat nach neun Jahren aus Haft entlassen - DER SPIEGEL
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Fehlurteil in Texas Unschuldig - Todeskandidat nach neun Jahren frei

In Texas hat ein zum Tode verurteilter Häftling das Gefängnis als freier Mann verlassen - nach neun Jahren. Manuel Velez war zu Unrecht wegen Mordes an einem Kind verurteilt worden.
Todeskandidat Velez bei seiner Freilassung (mit Anwalt Brian Stull): Geständnis nicht verstanden
Todeskandidat Velez bei seiner Freilassung (mit Anwalt Brian Stull): Geständnis nicht verstanden

Todeskandidat Velez bei seiner Freilassung (mit Anwalt Brian Stull): Geständnis nicht verstanden

Foto: Michael Graczyk / AP / dpa
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Huntsville/Houston - "Er hätte niemals verhaftet werden dürfen": Mit diesen Worten kommentiert Anwalt Brian Stull die Freilassung seines Mandanten Manuel Velez. Wegen Mordes an einem Kleinkind war Velez im US-Bundesstaat Texas zum Tode verurteilt worden - nun kam der Häftling nach neun Jahren im Gefängnis frei. "Wir sollten uns für die Fehler schämen, die Manuel an den Rand einer Hinrichtung gebracht haben", sagt sein Anwalt.

Velez war 2005 festgenommen und 2008 verurteilt worden; zur Last gelegt wurde ihm der gewaltsame Tod des knapp einjährigen Sohnes seiner Freundin. Laut "Houston Chronicle" hatte ein Gericht das Todesurteil bereits 2012 gekippt,   erst jetzt allerdings durfte Velez das Gefängnis von Huntsville verlassen. Er ist demnach auf Bewährung in Freiheit.

Velez besitzt laut Medienberichten einen extrem niedrigen Intelligenzquotienten und kann nicht lesen. Vor seiner Verurteilung unterschrieb er ein Geständnis, obwohl er das Dokument offenkundig nicht verstanden hatte. Endgültig zu Fall brachte die Verurteilung ein Alibi, das im ursprünglichen Prozess unerwähnt geblieben war: So erlitt der einjährige Junge seine letztlich tödlichen Kopfverletzungen, während Velez rund tausend Kilometer entfernt in Tennessee bei der Arbeit war.

Nach Aufzeichnungen des US-Informationszentrums zur Todesstrafe (DPIC) wurden seit 1973 in den USA 146 zum Tode Verurteilte für unschuldig erklärt, davon zehn in Texas.

rls/AFP