Thailand: Deutschland prüft Berichte über Massengräber - DER SPIEGEL
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Thailand Deutschland prüft Berichte über Massengräber

Noch herrscht Unklarheit darüber, ob in Thailand Leichen von Touristen in Massengräbern beerdigt worden sind. Die Regierungen Deutschlands und anderer betroffener Länder fordern Aufklärung, Helfer vor Ort bestreiten die Vorwürfe. Schweden verlangt, die Leichen zu exhumieren, sollte es sich um Landsleute handeln.
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Stockholm/Bangkok - Bislang gibt es keine gesicherten Informationen, dass Deutsche in Massengräbern nördlich von Khao Lak liegen, teilte das Auswärtige Amt mit. Staatssekretär Klaus Scharioth sagte, die Regierung in Bangkok sei ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass die Identifizierung von Opfern für die Angehörigen in Deutschland von "essenzieller Bedeutung" sei. Thailand habe zugesagt, dies möglich zu machen. Noch immer fehlt von rund 1000 deutschen Urlaubern jede Spur, es gebe 751 offizielle Vermisstenmeldungen. 60 Tote sind identifiziert.

Wie der schwedische Rundfunk aus der thailändischen Hauptstadt berichtete, seien die Identifizierungsexperten aus Schweden und etwa 30 weitere Staaten verärgert darüber, dass die thailändischen Behörden keine offizielle Mitteilung über Massengräber auch für ausländische Opfer gemacht hätten. Ihre Existenz sei erst durch Medienberichte bekannt geworden.

Der leitende schwedische Diplomat in der Ferienstadt Phuket, Christer Asp, sagte der Zeitung "Aftonbladet": "Wenn die Angaben über die Massengräber stimmen, müssen die Leichen wieder ausgegraben werden." Seit der Flutkatastrophe werden in Südasien 702 Schweden vermisst. 52 Todesfälle sind bisher durch die Identifizierung der Opfer bestätigt.

Thailändische Rettungskräfte bestritten hingegen, dass in einem Massengrab in Bang Muan im Urlaubsgebiet Khao Lak auch ausländische Flutopfer bestattet worden sind. "Nein, hier sind nur thailändische Leichen begraben", sagte der Direktor des Krankenhauses Chaophya Ashaibhubejr, Wicharn Girdwichat, der Nachrichtenagentur APTN. Auf die Frage, wie er sich angesichts des schlechten Zustands vieler Leichen über deren Nationalität sicher sein könne, erklärte der Krankenhausdirektor, nicht identifizierte Leichen würden an einem gesonderten Ort aufbewahrt.

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