Thailand: Panne bei der Leichenidentifizierung - DER SPIEGEL
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Thailand Panne bei der Leichenidentifizierung

Auch zwei Wochen nach der Tsunami-Katastrophe in Südasien stehen die endgültigen Opferzahlen nicht fest. Viele Tote sind immer noch nicht identifiziert. In Thailand werden nun 600 Leichen exhumiert, deren Identität bislang nicht geklärt werden konnte.
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Bangkok - Die Arbeit der Rechtsmediziner im thailändischen Khao Lak ist derzeit der wohl härteste Job der Welt: Mehr als 2000 Opfer konnten bislang in Thailand nicht identifiziert werden, 600 davon wurden bereits bestattet. Nun sollen die nicht identifizierten Leichen exhumiert werden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters heute unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Kreise. Dieser Schritt sei nötig, weil viele Opfer direkt nach der Flut vor zwei Wochen hastig beerdigt worden seien, hieß es. Selbst die grundsätzliche Einteilung nach Thailänder oder Ausländer müsse neu vorgenommen werden.

In Thailand waren in den Fluten, die am zweiten Weihnachtstag die Küste verwüsteten, nach offiziellen Angaben 5303 Menschen umgekommen. Davon sind 2159 nicht identifiziert.

"Wenn wir von jetzt an sagen, dass wir sie identifizieren können, müssen wir ihre Namen kennen und irgendeine Art Dokument haben, das ihre Identität bestätigt", hieß es in den Kreisen. Innenminister Bhokin Bhalakula kündigte DNS-Tests bei allen nicht identifizierten Leichen an. Ausländer, die befürchteten, dass unter den Toten Angehörige seien, sollten bei der Polizei ihrer Heimatländer eine genetische Probe abgeben. Diese werde dann für einen Vergleich nach Thailand entsandt.

Ein Sprecher der Behörden in Phang Nga sagte, auch bei vielen bereits genetisch untersuchten Leichen müsse der Vorgang wiederholt werden, weil die aufgemalten Identifikationsnummern später durch ein Desinfektionsmittel weggewischt worden seien.

Der Chef einer forensischen Einheit der britischen Polizei in Thailand, Graham Walker, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Einordnung als Asiat oder Europäer müsse von drei Ärzten einstimmig getroffen werden. Dabei würden unter anderem die Gesichtsknochen und das Behaarungsmuster an den Armen begutachtet.

Gegenwärtig arbeiten Gerichtsmediziner aus mehr als 20 Ländern an der Identifizierung der Leichen. Solche, die vermutlich von Ausländern stammen, werden in gekühlten Behältern aufbewahrt. Die Identifikation dürfte Wochen, wenn nicht sogar Monate dauern.

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