Thailand: Regierung feuert Chef-Meteorologen - DER SPIEGEL
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Thailand Regierung feuert Chef-Meteorologen

Nach heftiger Kritik, der thailändische meteorologische Dienst habe bei einer Warnung vor dem verheerenden Tsunami versagt, ist der Chef des Dienstes aus seinem Amt entlassen worden. Er wurde ins Büro des Premierministers versetzt und soll nun helfen, ein Frühwarnsystem zu entwickeln.
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Bangkok - Das Kabinett habe die Versetzung von Supharerk Tansrirat-Tanawong beschlossen, sagte ein Regierungssprecher. Zuvor hatte Thailands Premierminister Thaksin Shinawatra gesagt, es müsse geprüft werden, warum die Meteorologen keine Tsunami-Warnung ausgegeben hätten.

Einen Tag nach den tödlichen Flutwellen hatte der einstige Behördenchef Supharerk gesagt, Thailand sei seit 300 Jahren nicht mehr von einem Tsunami getroffen worden. Niemand in seiner 900-köpfigen Behörde habe davon ausgehen können, dass eine Flutwelle die Küste treffen würde. Unter den Mitarbeitern der Behörde sind nur vier Erdbebenexperten.

Die englischsprachige Zeitung "The Nation" hatte aber berichtet, die Behörde habe absichtlich entschieden, keine Warnung auszugeben. Die Meteorologen hätten befürchtet, die Tourismusindustrie zu schädigen, hätten sie vor einem Tsunami gewarnt, der dann ausgeblieben wäre.

Der Erdbeben- und Tsunami-Experte Samith Dhammasaroj ist nun von der Regierung beauftragt, ein Frühwarnsystem für Naturkatastrophen zu entwickeln. Supharerk soll ihm dabei zur Seite stehen. Dhammasaroj hatte nach eigenen Angaben am Tag des Unglücks mehrmals versucht, Supharerk oder jemanden in seiner Behörde zu erreichen, um vor einem möglichen Tsunami zu warnen. Das Telefon des Behördenchefs war seinen Angaben zufolge dauernd belegt, und sein Büro sei an dem Sonntag nicht besetzt gewesen.

"Ich wusste, dass wir eines Tages so einen Tsunami erleben würden. Ich habe vor einer solch großen Katastrophe gewarnt", sagte Dhammasaroj gegenüber Reportern. "Alle haben mich ausgelacht und gesagt, ich sei ein Miesmacher, der die Tourismusindustrie ruiniere wolle." Er wolle jetzt dafür sorgen, dass so ein Desaster nicht wieder vorkomme.

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