Thailand: Soldaten müssen Millionen Hühner töten - DER SPIEGEL
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Thailand Soldaten müssen Millionen Hühner töten

In Thailand weigern sich viele Arbeiter, gegen die Hühnergrippe eingesetzt zu werden. Nun schickt die Regierung Soldaten und Häftlinge, um der Krankheit Herr zu werden und Millionen von Vögeln zu töten.
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Bangkok - In der Provinz Suphan Buri, wo ein großer Teil der thailändischen Hühnerindustrie sitzt, hätten zu viele Menschen Angst, durch einen Kontakt mit den Tieren angesteckt zu werden, sagte der stellvertretende Landwirtschaftsminister Newin Chidchop am Sonntag. Deswegen habe die Regierung nun 400 Soldaten und rund hundert Häftlinge in das nordwestlich Bangkoks liegende Gebiet geschickt.

Die Männer müssen den gesamten Hühnerbestand der Provinz und damit Millionen von Tieren töten. Mit dieser Maßnahme hofft das Land, die Ausbreitung der Tierkrankheit einzudämmen, an der sich zwei Kinder in verschiedenen Provinzen im Land angesteckt haben. In Vietnam sind sechs Menschen an der Hühnergrippe gestorben. Die Krankheit breitet sich Experten zufolge bislang nicht von Mensch zu Mensch aus.

"Es ist schwierig Arbeiter zu finden, weil es viele von ihnen vermeiden, in den landwirtschaftlichen Betrieben zu arbeiten, seit der Ausbruch der Hühnergrippe bestätigt ist", sagte der Minister. Thailand züchtet pro Jahr eine Milliarde Hühner und erwirtschaftet durch den Export lebender Tiere oder ihres Fleisches 1,5 Milliarden Dollar im Jahr. Das Land ist nach Brasilien der größte Lieferant von Geflügelfleisch in die Europäische Union (EU), die Einfuhren aus Thailand inzwischen verboten hat.

Ansteckung in Vietnam

In Vietnam steckte sich unterdessen ein weiteres Kind an der Hühnergrippe an, ein achtjähriges Mädchen in der Metropole Ho-Chi-Minh-Stadt im Süden des Landes. Von den sechs an der Krankheit Verstorbenen waren fünf Kinder. Experten wissen nicht, warum Kinder offenbar besonders anfällig für eine Übertragung sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat es als historisch einmalig bezeichnet, dass sich gleichzeitig so viele Menschen an unterschiedlichen Orten an der Tierkrankheit anstecken. Sie warnt vor einer weltweiten Ausbreitung, wenn der Tier-Virus sich mit einem menschlichen Grippe-Virus verknüpft und die Mutation von Mensch zu Mensch weitergegeben werden kann.