Thüringen: Polizei bricht Suche nach vermisstem Einjährigen ab - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Thüringen Polizei bricht Suche nach vermisstem Einjährigen ab

In Thüringen hat die Polizei ihre Suche nach einem vermissten Einjährigen eingestellt. Zuvor war die Mutter des Kindes festgenommen worden. Es besteht Verdacht auf ein Tötungsdelikt.
Polizisten suchen nahe der Werra nach dem vermissten Einjährigen
Polizisten suchen nahe der Werra nach dem vermissten Einjährigen

Polizisten suchen nahe der Werra nach dem vermissten Einjährigen

Foto: Martin Wichmann/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Seit Montagnachmittag hatten Polizei und Feuerwehr im thüringischen Bad Salzungen rund um die Werra nach einem einjährigen Jungen gesucht. Jetzt wurden die Bemühungen eingestellt: "Die Suche wird nicht fortgesetzt", sagte ein Sprecher der Polizei in Suhl. Sie verspreche "mit den gegenwärtigen Möglichkeiten, die bestehen, keinen Erfolg". Zudem seien Witterung und Strömung der Werra problematisch.

Die Ermittler gehen davon aus, dass das Kind umgebracht wurde. Die unter Tatverdacht stehende Mutter wurde vorerst in der Psychiatrie untergebracht. In der Nacht zum Dienstag war die 35-Jährige vorläufig festgenommen worden. Die Festnahme wurde aber wieder aufgehoben.

Ob sich die Mutter zu den Vorwürfen geäußert hat, ist unklar. Der Tötungsverdacht habe sich aus den bisherigen Ermittlungen ergeben, hieß es.

Ungeklärt ist, ob Haftbefehl gegen die Frau beantragt wird. "Dazu benötigen wir noch weitere Erkenntnisse und Ermittlungsergebnisse der Polizei", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Meiningen.

Darauf, dass der Kindsvater mit dem Verschwinden des Jungen zu tun haben könnte, gibt es den Ermittlern zufolge bisher keine Hinweise.

Eine Bekannte habe am Montag für die "völlig verstörte" Mutter des Jungen einen Notarzt gerufen und die Polizei informiert. Die Ermittler bezeichneten den Zustand der Frau als "psychisch hoch belastet".

ala/dpa/AFP