Tier-Exekutionen: Schwarzeneggers PR-Gau - DER SPIEGEL
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Tier-Exekutionen Schwarzeneggers PR-Gau

Der kalifornische Star-Gouverneur Arnold Schwarzenegger wollte seinem Staat mit einer ungewöhnlichen Maßnahme Geld sparen. Herrenlose Hunde und Katzen sollten in Tierheimen nur noch drei statt sechs Tage am Leben gelassen werden. Doch Schwarzenegger hat die Seele seiner Wähler gründlich falsch eingeschätzt.
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Sacramento - In seinem Haushaltsentwurf hatte Schwarzenegger vorgeschlagen, Hunde und Katzen schon nach 72 Stunden töten zu lassen, und damit nicht mehr - wie bisher - sechs Tage zu warten. Damit sollten rund 14 Millionen Dollar eingespart werden.

Außerdem hätte die Neuregelung nach Angaben aus kalifornischen Regierungskreisen eine weitere Überfüllung der Tierheime verhindert. Pro Jahr werden in dem Bundesstaat etwa 600.000 Hunde und Katzen getötet.

Tierschützer reagierten auf das Sparvorhaben mit landesweiten Protesten. Kate Pullen von der Humane Society of the United States sagte beispielsweise der "Washington Post", die Regelung sei grausam und sicher nicht der richtige Weg, die großen Finanzprobleme Kaliforniens in den Griff zu bekommen. "Wenn jemand am Freitag seinen Hund verliert und das Tierheim am Wochenende geschlossen hat, welche Chance hätte er, sein Tier wiederzubekommen?", fragte Pullen.

Mittlerweile hat Schwarzenegger offenbar die emotionale Tragweite des Themas erkannt und sein Sparvorhaben aufgegeben. Die geplante Einsparmöglichkeit sei ein Fehler gewesen, bekannte der ehemalige Hollywood-Star reumütig auf einer Pressekonferenz. "Es bleibt alles genauso, wie es war", sagte er. Den Missgriff begründete Schwarzenegger damit, dass er nach seiner Amtseinführung im November nur wenige Wochen Zeit gehabt habe, das Budget vorzulegen.

Nach Einschätzung von Barbara O'Connor von der California State University ist es kein Wunder, dass sich Schwarzenegger mit seinem Vorhaben eine blutige Nase geholt hat. "Katzen und Hunde sind wie Mama und Apfelkuchen. Den meisten Menschen sind Haustiere wichtiger als ihre Mitbürger."