Tijuana-Kartell: Mexikanischer Drogenboss erschossen - DER SPIEGEL
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Tijuana-Kartell Mexikanischer Drogenboss bei Familienfeier erschossen

Bei einem Familienfest hat ein Unbekannter laut einem Zeitungsbericht den Ex-Drogenboss Francisco Rafael Arellano Félix getötet. Der Angreifer schoss ihm demnach in Kopf und Brust. Der 63-Jährige gehörte dem berüchtigten Tijuana-Kartell an.
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Mexiko-Stadt - Einer der bekanntesten mexikanischen Drogenbosse ist bei einer Familienfest in einem Badeort erschossen worden. Ein Mann sei am Freitagabend in das Hotel in Cabo San Lucas eingedrungen und habe Francisco Rafael Arellano Félix in Kopf und Brustkorb geschossen, berichtet die Zeitung "Reforma".

Es sei anschließend zu einer Schießerei gekommen, die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Das mexikanische Innenministerium bestätigte bislang nur, dass in dem Hotel Schüsse gefallen seien. Ob der Angreifer fliehen konnte, wurde nicht bekannt.

Bei dem 63-jährigen Ermordeten handelt es sich um einen der berüchtigten Arellano-Félix-Brüder, die das Drogenkartell in der 1,6-Millionen-Stadt Tijuana im Nordwesten des Landes führen. In den neunziger Jahren gehörte das Kartell zum berüchtigsten und mächtigsten in Mexiko. Doch in den vergangenen zehn Jahren schrumpfte das Imperium der Arellano Félix erheblich. Drei Brüder wurden festgenommen und sitzen im Gefängnis, ein weiterer wurde 2002 getötet.

Francisco Rafael selbst war 2007 in den USA zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er Kokain an einen verdeckten Ermittler verkauft hatte. Er kam aber ein Jahr später wegen guter Führung frei und wurde nach Mexiko zurückgeschickt. Bereits 1980 war er in den USA verhaftet worden.

Auch wenn die Macht des Arellano-Félix-Clans zurückgegangen ist: Die Familie kontrolliert nach wie vor Teile des Markts an der Grenze zu Kalifornien. Beobachtern zufolge führen derzeit eine Tochter des nun Getöteten und einer ihrer Söhne die Drogengeschäfte.

gam/dpa/AFP