Timmendorfer Strand 57 Menschen bei Chemikalienunfall verletzt
Lübeck - Die Einsatzkräfte wurden am Sonntag zu einem verqualmten Geschäftshaus gerufen, in dem kurz vorher Bauarbeiten stattgefunden haben sollen, wie der Feuerwehrchef von Ostholstein, Ralf Thomsen, sagte.
Die Retter seien zunächst von einem Brand und nicht von einem Chemieunfall ausgegangen, sagte Thomsen. Der Atemschutztrupp fand nach seinen Angaben zwei 20-Liter-Kanister mit aggressivem Zwei-Komponenten-Kleber. Aus einem der Behälter sei weißer Rauch aufgestiegen. Die Brandschutzexperten hätten daraufhin die Behälter mit Wasser neutralisiert.
Als die Feuerwehrmänner draußen ihre Masken abgelegten, reichte der aus ihrer Schutzkleidung austretende Dampf, um sämtliche umstehenden Personen zu beeinträchtigen. Auch nicht im Haus eingesetzte Feuerwehrleute atmeten das Gift ein, als sie den Kollegen aus den Schutzanzügen halfen. Schließlich wurden 57 Verletzte in Krankenhäuser eingeliefert. Der Großteil sollte Thomsen zufolge am Montag bereits wieder entlassen werden.
Die Gefährlichkeit des Stoffes hätten erst 45 Minuten später eingetroffene Gefahrgutexperten anhand der auf den Behältern aufgedruckten Nummern erkannt. Bei dem Kleber handelt es sich Thomsen zufolge um "ein kleines Teufelszeug", das erhebliche Haut-, Augen- und Atemreizungen verursachen kann.
jdl/AP