Tod eines Eisbären: Knut wird obduziert - DER SPIEGEL
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Tod eines Eisbären Knut wird obduziert

Der weltberühmte Eisbär Knut starb im Alter von nur vier Jahren. Aus Stress? Aus Einsamkeit? Die Todesursache soll eine Obduktion ergeben. Fans trauern um den Vierbeiner - und geben der Zoo-Leitung die alleinige Schuld für den Tod ihres Lieblings.
Tod eines Eisbären: Knut wird obduziert
Tod eines Eisbären: Knut wird obduziert

Tod eines Eisbären: Knut wird obduziert

Foto: HERBERT KNOSOWSKI/ AP
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Berlin - Eisbär Knut liegt seit Montag auf dem Seziertisch: Veterinäre haben begonnen, den Körper des überraschend gestorbenen weltberühmten Tieres zu öffnen, wie eine Sprecherin des Berliner Zoos sagte. Die Todesursache ist bislang unklar, das Ergebnis der Obduktion könnte laut der Sprecherin noch bis Dienstag auf sich warten lassen.

Derweil tragen Trauernde ihre Beileidsbekundungen weiter auf der Internetseite des Zoos im "Knut Gedenkbuch" ein. "Liebster Knut! Warum musstest du sterben?", fragt dort fassungslos Judith Scharna. Auch im sozialen Netzwerk Facebook fassen Menschen ihr Mitgefühl auf einer Knut-Fanseite in Worte, die am Montagmittag bereits knapp 15.900 Mitglieder zählte.

Auch Politiker wie der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) oder die Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast drückten ihr Bedauern über den Tod des Eisbären aus.

Starb Knut aus "purem Stress"?

Einige Trauernde im Netz erheben schwere Vorwürfe gegen die Zoo-Leitung, weil diese Knut mit drei Bärendamen in ein Gehege gesperrt habe, die ihn gemobbt hätten. Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, sagte, der Zoo habe Knut "aus Zuchtehrgeiz" gemeinsam mit seinen Artgenossinnen untergebracht. Für Eisbären, die eigentlich Einzelgänger seien, sei dies "purer Stress".

Unabhängig vom Obduktionsergebnis trage der Berliner Zoo in jedem Fall die alleinige Verantwortung für den Tod Knuts, sagte Apel. Zahlreiche Besucher hatten den Tod von Publikumsmagnet Knut am Samstag gegen 15 Uhr miterlebt.

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Knut ist tot: Ein Eisbärleben in Bildern

Foto: HERBERT KNOSOWSKI/ AP

Der erst vier Jahre alte Eisbär war ohne seine drei Gefährtinnen Tosca, Nancy und Katjuscha allein in der Anlage. Auf einem Video ist zu sehen, wie er sich sonnt, plötzlich zuckt, sich im Kreis dreht und rücklings ins Wasser stürzt. Er war sofort tot.

"Vorher haben alle geweint"

Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz wies indes alle Vorwürfe von Tierschützern zurück. "Die genaue Todesursache steht noch nicht fest, aber es ist völlig klar, dass Knut nicht in einer Stresssituation gestorben ist", sagte Blaszkiewitz am Montag. Der Zoo müsse jetzt die präzise Diagnose der Sektion des Tierkadavers abwarten, sagte Blaszkiewitz.

Blaszkiewitz verteidigte die umstrittene Maßnahme des Zoos, Knut mit Eisbärinnen zusammenzubringen. "Vorher haben alle geweint, dass Knut lange allein lebte", sagte Blaszkiewitz. Mit der Gruppenhaltung habe der Zoo der Kritik entgegenwirken und Knut Beschäftigung verschaffen wollen.

Später könne er sich vorstellen, dass der präparierte Tierkörper im Berliner Naturkundemuseum ausgestellt werde, sagte Blaszkiewitz. "Am Gehege könnte ich mir auch eine kleine Skulptur zum Gedenken vorstellen, vielleicht wie Knut als Baby war."

Knut war am 5. Dezember 2006 als erstes Eisbärenbaby seit 33 Jahren in Berlin geboren worden. Mutter Tosca verstieß ihn, deshalb wurde er von Hand aufgezogen. Sein Zwilling starb. Pfleger Thomas Dörflein wurde durch die erfolgreiche Aufzucht von Knut weltweit bekannt. er starb an einem plötzlichen Herztod im Jahr 2008.

jjc/dapd

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