Tod hinter Gittern: Fünf Männer ersticken in Mini-Zelle - DER SPIEGEL
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Tod hinter Gittern Fünf Männer ersticken in Mini-Zelle

In einem völlig überfüllten Gefängnis in Kenia sind fünf Insassen ums Leben gekommen. Sie erstickten in einer sechs Quadratmeter großen Zelle, die sie mit sieben weiteren Häftlingen teilten.
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Nairobi - Der örtliche Gesundheitsbeauftragte James Gitonga bestätigte heute, dass die fünf Inhaftierten erstickten. Sie hätten zudem unter entzündeten Wunden gelitten, welche auf die schlechten hygienischen Bedingungen im Gefängnis der Stadt Meru zurückzuführen seien. Alle fünf hätten vom langen Stehen in der überfüllten Zelle geschwollene Füße und Knie gehabt, sagte Gitonga gegenüber der kenianischen Tageszeitung "Daily Nation". Zudem habe die mangelhafte Ernährung in der Haftanstalt zu ihrem schlechten Gesundheitszustand beigetragen.

Die fünf verstorbenen Insassen, alle im Alter von etwa 30 Jahren, waren einige Tage in der Zelle eingesperrt worden. Nachdem sie am Freitag eingeliefert worden waren, seien sie über das Wochenende krank geworden, sagte der Leiter der Haftanstalt Silas M'Thambu. Zwar habe sich die zuständige Krankenschwester noch um die Gefangenen gekümmert, die Männer seien dann jedoch verstorben, bevor man sie ins Krankenhaus transportieren konnte. Zudem leugnete er, dass die katastrophalen Zustände im Gefängnis zum Tod der Männer beigetragen haben: "Die Häftlinge sind an alkoholbedingten Komplikationen gestorben", sagte M'Thambu.

Der Leiter des Krankenhauses in Meru, Doktor Gichuyia N'Thuraku M'riara, sagte, er würde in Kürze den örtlichen Behörden einen Bericht übergeben, in dem er empfehle, die Zahl der Insassen zu reduzieren. "Es gibt zu viele Menschen in den einzelnen Zellen, was dazu führt, dass es unglaublich heiß und stickig ist. An jedem anderen Ort der Welt hätte man eine solche Anstalt längst geschlossen." In dem für 500 Häftlinge konzipierten Gefängnis sind zurzeit etwa 1400 Menschen eingesperrt.