Tod in der Grotte Experte vermutet Leck im Unglücksboot
Wien - Bei dem Ausflugsboot handelt es sich um einen Trimaran, bei dem eine vertiefte Plattform für die Passagiere an drei Schwimmkörpern befestigt ist. Zunächst hatte es geheißen, das Unglücksboot sei ein Katamaran gewesen. Ein technischer Defekt soll das Kentern des Schiffs verursacht haben. Das erläuterte der Amtssachverständige der niederösterreichischen Landesregierung, Ferdinand Lichtblau, der Nachrichtenagentur APA. Das plötzliche Umkippen des kleinen Schiffs könne nur auf einen undichten Schwimmkörper zurückzuführen sein. Bei einer Kontrolle im Vorjahr habe es allerdings keine Beanstandungen gegeben, sagte Lichtblau.
Bei dem Bootsunglück in der Seegrotte von Hinterbühr waren gestern Morgen vier Deutsche und eine Belgierin umgekommen. Das acht Meter lange Boot war kurz vor der Rückkehr zur Anlegestelle gekentert und hatte mehrere Passagiere unter sich begraben.
Bootsführer und Passagiere hatten nach dem Ablegen auf dem 6200 Quadratmeter großen See bemerkt, dass sich das Boot nach rechts neigte. Nach Angaben des Experten Lichtblau hätte es "einer Belastung von 5000 Kilogramm bedurft", um das intakte Boot zum Kentern zu bringen. Um zu gewährleisten, dass die Passagiere nicht herausfallen, sei rund um das Boot eine Reling gebaut worden, die sich bei dem Unglück als tödliches Hindernis entpuppte. Die Sicherheitsreling schloss sich laut Polizei nach dem Kentern wie ein Käfig um vier der Opfer.
Unterdessen sind die meisten der deutschen Urlauber mit einem Bus auf dem Weg nach Würselen. Die deutsche Botschaft in Wien teilte mit, dass die Unglücksopfer während der Heimreise von Psychologen betreut werden.