Todesraser-Prozess: "Von der Autobahn geschubst" - DER SPIEGEL
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Todesraser-Prozess "Von der Autobahn geschubst"

Der mutmaßliche "Autobahnraser" streitet weiterhin die Verantwortung für den Tod einer jungen Mutter und ihrer Tochter ab. Er habe die Frau nicht von der Autobahn abgedrängt, sagte der Angeklagte vor dem Amtsgericht Karlsruhe. Ein Zeuge belastete F. zwar schwer - es gibt aber Ungereimtheiten in der Aussage des Mannes.
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Karlsruhe - Der Zeuge gab vor dem Amtsgericht an, gegen 5.50 oder 5.55 Uhr einen Mercedes gesehen zu haben, der einen Kleinwagen auf der linken Spur massiv bedrängt habe. Der Wagen sei weit über 200 Stundenkilometer gefahren und es habe so ausgesehen, als ob der Mercedes "den Kleinwagen berühren und von der Autobahn schubsen würde". Der Fahrer habe sogar den Grünstreifen genutzt, um an dem anderen Auto vorbeizukommen. Bei dem Unfall waren eine 21-jährige Frau und ihre Tochter gestorben, nachdem die Fahrerin die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren hatte und in eine Baumgruppe geschleudert war.

Der Angeklagte Mercedes-Testfahrer, der 34-jährige Ingenieur Rolf F., hatte allerdings angegeben, erst zehn Minuten nach dem Zwischenfall die betreffende Stelle passiert zu haben. Der Unfall soll sich Rekonstruktionen zufolge erst gegen 6 Uhr ereignet haben. Ihm sei dort lediglich ein Polizeifahrzeug mit Blaulicht und "ein massiver Stau auf der Gegenfahrbahn" aufgefallen, so F.

Der Angeklagte gab an, eine genaue Weg-Zeit-Berechnung über seine Fahrstrecke angestellt zu haben, um seine Unschuld zu beweisen. Ihn habe der Gedanke, dass er eventuell für das Unglück verantwortlich sei, zunächst "schon belastet": "Ich habe überlegt, ob auf der Fahrt irgendwas war, nachdem ich in den Nachrichten von dem Unfall gehört habe."

Ein Prozessbeobachter sah Rolf F., der sich bei dem Prozess in Karlsruhe betont zurückhaltend und ruhig gab, durch die Unstimmigkeiten bei der Zeitangabe des Zeugen entlastet: "Wenn es so weitergeht bis zum Schluss, dann können sie ihn nicht verurteilen", so der Prozessteilnehmer.