Todesstrafe: Golfkriegsveteran im US-Staat Indiana hingerichtet - DER SPIEGEL
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Todesstrafe Golfkriegsveteran im US-Staat Indiana hingerichtet

Louis Jones war als Soldat im Golfkrieg und wurde mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnet. Wegen Vergewaltigung und Mord an einer Soldatin wurde er in Indiana zum Tode verurteilt. Seine Anwältin hält ihn für unschuldig, weil er im Krieg durch irakisches Nervengas Hirnschäden erlitt.
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Terre Haute/USA - Der 53-jährige Louis Jones wurde am Dienstag mit einer Giftinjektion getötet. US-Präsident George W. Bush und der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten lehnten das Gesuch um einen Aufschub der Hinrichtung ab.

Jones wurde für schuldig befunden, 1995 die 19-jährige Soldatin Tracie Joy McBride entführt, vergewaltigt und anschließend erschlagen zu haben. Seine Anwälte hatten versucht, seine Tat mit dem so genannten Golfkriegssyndrom zu erklären. Demnach soll Jones beim Einsatz von irakischem Nervengas so schwerwiegende Hirnschäden erlitten haben, dass er für seine Tat nicht verantwortlich gemacht werden könne.

Vor drei Jahren hatte das Pentagon Jones darüber informiert, dass er möglicherweise ebenso wie 130.000 andere Soldaten mit geringen Mengen Giftgas in Berührung gekommen sein könnte, als im März 1991 ein irakisches Waffenlager zerstört wurde.

Im Unterschied zu den meisten anderen Hinrichtungen in den USA fiel die Vollstreckung von Jones' Hinrichtung nicht in die Zuständigkeit der Justiz eines einzelnen Staates, sondern in die der amerikanischen Bundesregierung. Es handelte sich um die dritte derartige Hinrichtung, seit die Bundesregierung in Washington die Vollstreckung der Todesstrafe nach 38-jähriger Pause im Jahr 2001 wieder zugelassen hat.

Die Zuständigkeit der Regierung ergab sich, weil das Opfer von einem Militärstützpunkt entführt wurde. Staatsanwälte und die Familie des Opfers hatten die Umwandlung der Todesstrafe in lebenslange Haft abgelehnt. Jones wurde im ersten Golfkrieg ausgezeichnet und befand sich im Rang eines Unteroffiziers. Die Tat ereignete sich zwei Jahre nach seinem ehrenvollen Abschied aus der Armee. In einer letzten, von den Anwälten verlesenen Erklärung übernahm Jones die Verantwortung für seine Tat. Ehe er um 7.08 Uhr Ortszeit für tot erklärt wurde, sang er noch ein christliches Lied. "Heute war der Tag der Gerechtigkeit für Tracie", sagte anschließend die Mutter des Opfers. Jeder sei froh darüber, dass das nun vorbei sei, fügte sie hinzu.

In der Nähe des Gefängnisses demonstrierte eine Gruppe von Gegnern der Todesstrafe. Auf einem Plaket hieß es: "Tragische Ironie: Während wir unbekümmert zu einem Krieg gegen Irak eilen, töten wir einen Veteran des ersten Golfkrieges."