Todesstrafe Texas setzt auf "lebenslang" statt auf Exekution
Austin - Gegner der Todesstrafe hoffen, dass sich die Zahl der Hinrichtungen durch die Neuregelung verringert. Zustimmen muss jetzt nur noch der Senat. Bisher können die Geschworenen einen Schwerverbrecher nur zum Tode verurteilen oder zu lebenslanger Haft mit der Aussicht auf Bewährung. Nach 40 Jahren durften die Verurteilten wieder auf freien Fuß gesetzt werden.
In dem Gesetzestext, den das Repräsentantenhaus von Texas in Austin verabschiedete, fällt diese Möglichkeit einer Verurteilung zu lebenslanger Haft mit der Aussicht auf Entlassung künftig weg. Die Einschränkung wurde von Bürgerrechtsgruppen kritisiert. Sie wollen den Geschworenen möglichst viele Möglichkeiten geben.
Andere Kritiker befürchten, dass es in den Gefängnissen jetzt noch gewalttätiger zugehe, weil die Häftlinge keinen Anreiz zur ordentlichen Führung mehr hätten, heißt es. Außerdem würden sich weniger Schwerverbrecher schuldig bekennen, wenn ihnen im Gegenzug eine lebenslange Freiheitsstrafe gewährt werde. Nach den Worten des republikanischen Abgeordneten Pat Haggerty werden damit "Zeitbomben" in die Gefängnisse eingewiesen.
Der Gesetzentwurf muss erneut den texanischen Senat passieren, da das Repräsentantenhaus den ursprünglichen Entwurf dahingehend geändert hat, dass Minderjährige nicht hingerichtet werden dürfen.
Texas ist der US-Staat mit den meisten Hinrichtungen in den USA. Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe in Texas 1982 wurden dort 344 Häftlinge getötet. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 23 Hinrichtungen, in diesem Jahr bisher acht. Eine große Mehrheit der Texaner spricht sich Umfragen zufolge für die Todesstrafe aus.