Tödliche Drinks 30 Menschen sterben durch Alkohol
Tallinn - Bei dem Alkoholskandal handelt es sich um die größte Massenvergiftung in der jüngeren Geschichte Estlands. In der Hafenstadt Pärnu war am Wochenende illegaler, gepanschter Schnaps in Umlauf gelangt. Die Betroffenen erlitten Methanol-Vergiftungen. Derzeit befinden sich 59 weitere Opfer in Krankenhäusern, zum Teil in "lebensgefährlichem Zustand", sagte die Sprecherin des Krisenstabs. Sechs Tatverdächtige sind derzeit verhaftet. Sie sollen in die Herstellung und Vertrieb der tödlichen Getränke verwickelt sein.
Die Alkoholtragödie hat landesweit Bestürzung und Angst ausgelöst. Innenminister Tarmo Loodus setzte ein Notfallkomitee ein. Da die Polizei nach wie vor keine Angaben darüber hat, welche Mengen des verunreinigten Schnapses in Umlauf gelangt sind, bleibt das Ausmaß der Tragödie weiter unklar.
In der Hauptstadt Tallinn begann unterdessen eine Diskussion über die Ursachen des Unglücks. Präsident Lennart Meri geißelte vor dem Parlament den Alkoholismus als "ein Erbe der Sowjetzeit". Die Politik habe versäumt, das Problem energisch zu bekämpfen. Estnische Behörden gehen davon aus, dass mehr als 40 Prozent der im Lande vertriebenen Alkoholgetränke illegalen Ursprungs sind.