Tödlicher Unfall: Autobahnraser vor Gericht - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Tödlicher Unfall Autobahnraser vor Gericht

Sieben Monate nach dem tragischen Unfalltod einer Mutter und ihrer zweijährigen Tochter bei Karlsruhe beginnt heute der Prozess gegen den mutmaßlichen Autobahnraser. Er soll mit weit über 200 Stundenkilometern auf der Autobahn 5 so dicht auf den Kleinwagen der Frau aufgefahren sein, dass diese die Kontrolle über ihr Auto verlor.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Karlsruhe - Der 34-jährige Ingenieur muss sich vor dem Amtsgericht Karlsruhe verantworten. Die Anklage lautet auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs und Unfallflucht. Das Gericht hat vorerst fünf Verhandlungstage angesetzt.

Der Fall hatte im Sommer 2003 bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten - einem Testfahrer bei DaimlerChrysler - vor, am 14. Juli auf der Autobahn 5 zwischen Karlsruhe und Bruchsal mit 220 bis 250 Stundenkilometern dicht auf den Kleinwagen der 21-jährigen Frau aufgefahren zu sein. Die Frau habe vor Schreck das Lenkrad nach rechts gerissen und die Kontrolle über den Wagen verloren. Das Auto schleuderte nach rechts in einen Wald und prallte gegen mehrere Bäume. Die Frau und ihre Tochter auf dem Rücksitz waren sofort tot.

Der Mann gibt zwar zu, am 14. Juli auf der A 5 unterwegs gewesen zu sein. Von dem Unfall habe er aber nichts bemerkt. Im Mittelpunkt des Prozesses werden deshalb die Aussagen von drei Autofahrern und einem Beifahrer stehen, die zur Tatzeit hinter dem Raser fuhren.