Tokio Feuerhölle im Vergnügungsviertel
Tokio - Drei Personen wurden beim Sprung aus dem brennenden Gebäude verletzt, wie die Polizei weiter mitteilte. Durch die Explosion und das Feuer wurde Medienberichten zufolge eine Spielhalle und ein zu dem Zeitpunkt stark besuchter Erotikladen im dritten und vierten Obergeschoss zerstört.
Die Feuerwehr führte die hohe Zahl an Toten auf fehlende Feuerleitern sowie den Umstand zurück, dass es in dem vierstöckigen Gebäude nur eine Treppe gab und die Brandschutztüren nicht richtig schlossen. Das gegen 1.00 Uhr (Ortszeit) ausgebrochene Feuer konnte erst nach sechs Stunden gelöscht werden.
Die Feuerwehr ging Berichten über ein gebrochenes Gasrohr nach. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete, bei ihr habe ein anonymer Anrufer in gebrochenem Japanisch angerufen und gefragt, ob die Japaner aus dem Vorfall "gelernt" hätten. Unter den Toten sind 32 Männer und zwölf Frauen.
Nach Augenzeugenberichten war erst das Feuer ausgebrochen, gefolgt von der Explosion. Zu der sei es gekommen, als ein Mitarbeiter der Spielhalle eine Tür öffnete. Durch die Wucht der Detonation wurde ein Loch in die Außenwand gerissen.
Rund 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz und brauchten mehr als drei Stunden, um die Opfer aus dem Gebäude zu holen. Zum Zeitpunkt des Unglücks hielten sich mehrere tausend Menschen in dem Vergnügungsviertel auf. Die Opfer sind nach Medienberichten in den giftigen Rauchwolken erstickt oder bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. In dem Gebäude mit vier Ober- und zwei Untergeschossen befanden sich Spiel- und Sexläden sowie Restaurants.
Das berühmte Vergnügungsviertel Kabukicho liegt im Zentrum der Millionen-Metropole im Stadtteil Shinjuku und wird auch von Touristen besucht. Kabukicho ist berüchtigt, weil dort auch die japanische und chinesische Mafia aktiv ist. Es war die verheerendste Explosion in Tokio seit 1982, als bei einem Feuer in einem Hotel 33 Menschen ums Leben gekommen und 29 weitere verletzt worden waren.