Torhüter Kahn über Medien: "Das ist unmenschlich" - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Torhüter Kahn über Medien "Das ist unmenschlich"

Nationaltorhüter Kahn hat die Berichterstattung der Medien über ihn scharf kritisiert. Die Skandalgeschichten hätten ihm sogar die Freude am Fußball genommen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Köln - "Nichts, was ich tue, bleibt unbeobachtet. Alles findet unter dem Druck der Öffentlichkeit statt. Es steht nicht mehr der Fußballer Kahn im Vordergrund, sondern nur noch der private Kahn. Das kann nicht sein", sagte Kahn in einer Aufzeichnung zur ARD-Sendung "Beckmann", die am Montag ausgestrahlt werden soll.

Zu den Skandalberichten über sein Privatleben sagte der Fußballer, wie die Presse damit umgehe, habe ihn desillusioniert und ihm die Freude am Fußball genommen. "Ich empfinde es als unmenschlich, so behandelt zu werden", klagte der Bayern-Torhüter. Diese Berichte seien "radikale Eingriffe in mein Privatleben."

Kahn kündigte an, er werde seine Privatsphäre in Zukunft "absolut schützen". Er räumte eigene Fehler im Umgang mit den Medien ein: "Ich habe selbst zuviel aus meinem Privatleben preisgegeben. Die Medien dachten, wenn sich einer in der Öffentlichkeit zeigt und mit seiner Freundin tanzt, darf man das ausschlachten. Diesen Mechanismus habe ich unterschätzt."

Nach der Trennung von Ehefrau Simone und Freundin Verena seien seine zwei Kinder jetzt das Wichtigste für ihn. "Ich möchte sie in dieser schwierigen Situation mit der Scheidung, mit der Presse, mit allem, was wir jetzt durchmachen, so gut wie möglich schützen. Das ist im Augenblick meine wichtigste Aufgabe", erklärte er.

Kahn will seinen Ehering weiter tragen. "Er ist zu einem Symbol für mein ganzes Privatleben geworden, für alles, was geschehen ist", sagte der 35-Jährige. Er lasse sich nicht vorschreiben, "wann ich ihn auszuziehen habe". Er führe jetzt ein Single-Dasein. "Ich muss jetzt eben wieder öfter ins Restaurant gehen. Ich selber kann ja nicht so gut kochen. Außer Spaghetti für die Kinder. Da bin ich ein Zauberer."