Total vermasselt: Putins letzter Geheimdienstjob - DER SPIEGEL
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Total vermasselt Putins letzter Geheimdienstjob

Bislang galt der neue russische Präsident Wladimir Putin, der früher KGB-Offizier in der DDR war, als gewiefter und erfolgreicher Spion. Nun sagt die Gauck-Behörde: Falsch! Putin sei mit seinem letzten und möglicherweise wichtigsten Auftrag in Deutschland als Agent gescheitert.
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Berlin - Putin habe 1990 aus ehemaligen Stasi-Mitarbeitern einen Spionagering aufgebaut, der nach dem Ende der DDR weiter für die Sowjets arbeiten sollte. Der Sprecher der Gauck-Behörde, Johannes Legner, sagte am Freitag in Berlin, die Schlüsselfigur des Rings sei allerdings damals zum Verfassungsschutz übergelaufen. Die Gruppe sei aufgeflogen und mehrere Personen festgenommen worden.

"Wenn man die falsche Person als Zentralfigur für den Ring auswählt und diese Person nach zwei Monaten überläuft, ist das eine wirkliche Katastrophe", sagte Legner. Jeder britische oder amerikanische Führungsoffizier hätte deswegen erhebliche Probleme im Dienst. Putin, der 1992 aus dem KGB ausgeschieden war, hat bisher wenig über seine Tätigkeit in der DDR verlauten lassen. Stasi-Offiziere beschrieben ihn als tüchtigen Geheimdienstler und loyalen Kommunisten, der wegen guter Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Staatssicherheit 1987 auch einen MfS-Orden erhalten habe. Putin hatte von 1984 bis 1990 als KGB-Offizier in Dresden gearbeitet.

Über seine Zeit in der DDR gibt es von Putin nur eine Schilderung, wie er nach dem Fall der Mauer vor dem Dresdener KGB-Sitz auf eine wütende Menge traf, die das Gebäude für eine Stasi-Dienststelle hielt. Er habe den Menschen erklärt, Dolmetscher zu sein.

Die Bundesregierung hat mögliche Erkenntnisse über Putins KGB-Tätigkeit in Dresden bisher nicht veröffentlicht. Die Regierung wolle das Thema wegen möglicher Beeinträchtigungen der deutsch-russischen Beziehungen nicht aufgreifen, sagte Legner. Putin, der gut deutsch spricht, wird im Juni zu einem offiziellen Besuch in Berlin erwartet.