Japan: Tote durch Bergunglücke und Tornado
Japanische Alpen Acht Wanderer sterben nach Wetterumschwung in den Bergen
Tokio - Acht Bergwanderer sind bei einem heftigen Wetterumschwung in Japan ums Leben gekommen. In den japanischen Alpen auf der Insel Honshu starben die Wanderer an Unterkühlung, nachdem sie mit unzureichender Kleidung in plötzlich einsetzende eiskalte Regenschauer und Schneestürme geraten waren. In der Stadt Tsukuba nordöstlich Tokios schlug zudem ein Tornado ein. Er beschädigte bis zu 200 Häuser, riss Dächer fort und zertrümmerte Fenster. Ein 14-jähriger Junge kam dabei ums Leben. Er war während des Tornados verwundet worden und erlag später seinen Verletzungen. Mehr als 30 Bewohner erlitten teils schwere Verletzungen.
Viele Japaner nutzten den Abschluss der sogenannten Goldenen Woche, einer Reihe nationaler Feiertage, zu Wanderungen auf Japans noch schneebedeckten Gipfeln der beliebten Alpen. Unter ihnen war eine Gruppe von sechs Wanderern aus der südlichen Provinz Fukuoka. Sie waren in dünner Kleidung bei gutem Wetter aufgebrochen, als plötzlich das Wetter dramatisch umschlug. Ein Bergsteiger fand sie leblos nahe des 2932 Meter hohen Shiroumadake.
Ein Hubschrauber flog die Männer zwischen 63 und 78 Jahren, unter ihnen vier Ärzte, in ein nahegelegenes Dorfkrankenhaus. Dort wurde nur noch ihr Tod infolge von Unterkühlung festgestellt, wie die Polizei in der Provinz Nagano mitteilte. Es war das folgenschwerste Bergunglück seit Jahren. In 20 Kilometer Entfernung, nahe des 2670 Meter hohen Jiigatake, starb zudem eine 62 Jahre alte Frau aus Osaka in einem Schneesturm, wie örtliche Medien meldeten.
Die 62-Jährige war allein auf den Berg gestiegen und hatte am Vorabend bei einer Hütte um Hilfe angerufen. Danach sei der Kontakt zu ihr jedoch abgebrochen. Sie wurde auf einem Wanderpfad entdeckt, doch kam jede Hilfe zu spät, hieß es. Auch in der Provinz Gifu starb ein weiterer Bergwanderer an Unterkühlung.
Derweil tobten in Tokio und umliegenden Gebieten heftige Böen, stellenweise prasselte auch Hagel vom Himmel herab. Die nationale Meteorologische Behörde rief die Bevölkerung in der Region Kanto mit der Hauptstadt Tokio auf, sich vor möglichen weiteren Tornados in Acht zu nehmen. Das gleiche gelte für die Region Tohoku im Nordosten des Inselreichs, die im vergangenen Jahr von einem schweren Erdbeben und Jahrhundert-Tsunami heimgesucht worden war.