Totes Mädchen Unglücksfahrer auf freiem Fuß
Holzminden - Es lägen keine Haftgründe gegen den 30-jährigen Fahrer vor, teilte die Polizei am Freitag mit. Der Mann habe ein Geständnis abgelegt. Die Polizei fand ihn, nachdem zahlreiche Hinweise zu seinem roten Auto eingegangen waren. Irrtümlicherweise hatte es geheißen, man wisse auch schon was über den zweiten, noch gesuchten Fahrer. "Auf diesen haben wir aber nicht einen Hinweis", sagte der Sprecher der Polizei.
Die neunjährige Regina war beim Überqueren einer Durchgangsstraße am Mittwochabend vom ersten Auto erfasst und zu Boden geschleudert worden. Danach rollte noch ein zweites Auto über das Mädchen. Sie starb. Beide Fahrer begingen Fahrerflucht. Nach dem Obduktionsergebnis ist es wahrscheinlich, dass auch das dritte Fahrzeug zumindest über die Beine des Opfers gefahren ist. Der dritte Fahrer hatte angehalten.
Um welchen Fahrzeugtyp es sich bei dem zweiten Auto gehandelt hatte, konnte ein schockierter Unfallzeuge nicht mehr mit Sicherheit sagen. "Am Abend hat er von einem silbernen Auto gesprochen, vielleicht ein Honda, aber eine Stunde später war er sich schon nicht mehr so sicher", sagte Polizeisprecher Lange zu SPIEGEL ONLINE. Von diesem zweiten Wagen war das Mädchen etwa 25 Meter mitgeschleift worden.
Nicht festgestellt werden konnte allerdings, von welchem Auto das Kind getötet wurde. Die Neunjährige war 1996 zusammen mit ihren Eltern und einem jetzt fünfjährigen Bruder von Russland nach Deutschland übergesiedelt.