Totschlag Richter hebt Urteil gegen Jungen auf
Pensacola - Der zuständige Richter in Florida ordnete Gespräche zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung an. Sie sollen sich darüber verständigen, was mit den Brüdern geschehen soll, die zur Tatzeit erst 12 und 13 Jahre alt waren. Kommt es nicht zu einer Einigung, erhalten die Jungen einen neuen Prozess.
Eine Geschworenen-Jury in Pensacola hatte Alex und Derek King, heute 13 und 14, im September wegen Totschlags an ihrem Vater und wegen Brandstiftung schuldig gesprochen. Der 40-jährige Terry King war mit einem Baseballschläger getötet und das Haus, in dem der Mord geschah, danach angezündet worden. Mit dem Schuldspruch drohte den Kindern 20 Jahre Haft bis lebenslänglich, weil ihnen der Prozess nach dem Erwachsenen-Recht gemacht wurde.
Neben dem Alter der Angeklagten hatte ein in der US- Rechtsgeschichte äußerst ungewöhnliches juristisches Vorgehen für Aufsehen gesorgt. Ein Freund der Kinder, der Alex wiederholt sexuell belästigt haben soll, war in einem getrennten Verfahren ebenfalls wegen Totschlags an dem Vater angeklagt worden - als Einzeltäter und nicht als Komplize der Jungen. Das Urteil - Freispruch - fiel eine Woche vor Beginn des Prozesses gegen die beiden Jungen und wurde erst nach dem Schuldspruch für die Kinder veröffentlicht.
Das Doppelverfahren hätte zu einem Schuldspruch für gleich drei Täter führen können - eine Konstellation, die der zuständige Richter im Prozess gegen die Jungen, Frank Bell, jetzt als "einfach völlig unmöglich" bezeichnete. "Sie können nicht alle drei schuldig sein, es sei denn, sie waren Komplizen. Und als solche waren sie nicht angeklagt", sagte Bell bei der Aufhebung des Urteils. Das Verfahren gegen die Kinder hätte nach seiner Auffassung in dieser Form von vornherein nicht stattfinden dürfen.