Tragödie auf Korfu Tod durch Kohlenmonoxid
Athen/Korfu - Familiäre Gründe und Selbstmord - über die Todesursache der beiden britischen Kinder auf der griechischen Ferieninsel Korfu war viel spekuliert worden. Seit heute herrscht Sicherheit: Der sechs Jahre alte Robert und die siebenjährige Christianne haben hochgiftiges Kohlenmonoxid eingeatmet. "Wir haben hohe Kohlenmonoxidwerte im Blut der Kinder gefunden", erklärte der griechische Gerichtsmediziner Theodoros Vougiouklakis im Fernsehen. "Daran sind sie gestorben."
Das giftige Gas sei wahrscheinlich durch defekte Leitungen der Warmwasser- und Klimaanlage ins Zimmer der britischen Familie gelangt, so der Mediziner. Gegen den Besitzer, den Direktor und zwei Techniker des Hotels "Louis Korkyra" in der Ortschaft Gouvia, ermittle bereits die Staatsanwaltschaft, berichtete der griechische Rundfunk weiter.
Die Spurensuche lief gestern auf Hochtouren: Ingenieure hatten den Ferien-Bungalow, in dem die beiden Kinder starben, gründlich nach Gasen und defekten Leitungen untersucht. Polizeichef Dimitris Bineris wollte sich zu den Ergebnissen nicht äußern, bis alle Details geklärt seien, berichtet Sky News. In den vergangenen Wochen hatten sich auch andere Gäste über Abgasgestank beschwert in dem Bungalow der Hotelanlage beschwert.
Ein Zimmermädchen des Hotels hatte die Leichen der Kinder vor zwei Tagen gefunden. Der Vater der Kinder und dessen Freundin, die im gleichen Zimmer wohnten, liegen im Krankenhaus. Sie schwebten jedoch nicht mehr in Lebensgefahr, hieß es aus Krankenhausquellen. Bis sich ihr Gesundheitszustand weiter verbessert hat, sollten die beiden aber nichts von dem Unglück erfahren, so die Ärzte.
Unterdessen ist die 35-jährige Mutter aus Großbritannien nach Korfu geflogen, um die Leichen ihrer beiden Kinder zu identifizieren, berichtet Sky News.
anr/dpa