Trauerfeier Berlin nimmt Abschied von Brigitte Mira
Berlin - Mehrere Hundert Trauergäste versammelten sich am Mittag in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Dort war der mit lachsfarbenen und dunkelroten Rosen geschmückte schlichte Eichensarg aufgebahrt. Zu den Trauergästen gehörten neben den Söhnen Thomas und Robert unter anderem Alfred Biolek, Susanne Juhnke sowie die früheren Regierenden Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen (CDU) und Walter Momper (SPD).
Am Aufgang zur Kirche hatten sich Hunderte Fans postiert, um ihrem Idol die letzte Ehre zu erweisen. Im Altarbereich war ein Porträt der beliebten Volksschauspielerin aufgestellt. Neben klassischer Orgelmusik wurde die Zeremonie von Kai Rautenberg und Till Brönner musikalisch begleitet.
Trauerfeier: Berlin nimmt Abschied von Brigitte Mira
Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) würdigte Mira als herausragende Volksschauspielerin und großartigen Menschen, "den man einfach lieb haben musste". Mira bleibe unvergessen, erklärte der Bürgermeister: "Wir verneigen uns vor ihr. Adieu Biggi", so Wowereit. Miras langjährige Freundin, die Filmproduzentin Regina Ziegler, sprach bewegende Gedenkworte, und auch die Vorsitzende des Kulturausschusses im Bundestag, Monika Griefahn (SPD), würdigte das Lebenswerk der Schauspielerin. "Brigitte Mira wird uns als wichtiger Mensch in der deutschen Kultur im Gedächtnis bleiben."
Mira wurde am Nachmittag im engsten Familienkreis auf dem Luisenkirchhof III in Charlottenburg beigesetzt. Unmittelbar nach dem Begräbnis teilte der Senat mit, dass die Grabstätte auf dem Luisenfriedhof für zunächst 20 Jahre als Ehrengrabstätte der Stadt Berlin anerkannt wird. "Das Leben und Wirken der vielseitigen Künstlerin war über viele Jahrzehnte eng mit Berlin verbunden, aber auch weit über Berlin hinaus genoss sie besonderes Ansehen", hieß es zur Begründung.
Brigitte Mira, die am 20. April 95 Jahre alt geworden wäre, starb am vergangenen Dienstag nach längerem Krankenhausaufenthalt. Bekannt wurde die gebürtige Hamburgerin unter anderem durch ihre Zusammenarbeit mit Regisseur Rainer Werner Fassbinder, für den sie in Filmen wie "Angst essen Seele auf" und "Berlin Alexanderplatz" mitspielte. Der Höhepunkt ihrer Fernsehkarriere war der Serien-Dauerbrenner "Drei Damen vom Grill", bei der sie an der Seite von Günter Pfitzmann und Brigitte Grothum die Herzen der Zuschauer eroberte.