Trauerfeiern in Rom: Papst-Leichnam wird öffentlich aufgebahrt - DER SPIEGEL
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Trauerfeiern in Rom Papst-Leichnam wird öffentlich aufgebahrt

Heute Vormittag tritt im Vatikan erstmals die Kardinalskongregation zusammen: Es gilt, die Wahl des nächsten Papstes vorzubereiten. Die Gläubigen können Johannes Paul II. ab heute im Petersdom die letzte Ehre erweisen. Der einbalsamierte Leichnam des Pontifex wird dort öffentlich aufgebahrt.
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Rom - Auch in der zweiten Nacht nach dem Tod von Papst Johannes Paul II. sind Gläubige bis in die frühen Morgenstunden auf dem Petersplatz geblieben. Einige schliefen unter den Kolonnaden rund um den Platz, eine Gruppe von Polen hielt heute früh noch um ihre Landesflagge geschart Wache. Ab heute Nachmittag haben die Trauernden Gelegenheit, dem Papst im Petersdom die letzte Ehre zu erweisen. Das italienische Fernsehen berichtete gestern Abend, die Totenmesse werde wahrscheinlich zwischen Donnerstag und Freitagabend in Rom gehalten.

Auch in Jerusalem haben sich in der vergangenen Nacht im Gedenken an den verstorbenen Papst hunderte Menschen in der Altstadt von Jerusalem versammelt. Bei strömendem Regen zogen die Gläubigen mit Kerzen und Bildern des Papstes durch die gepflasterten Gassen und entlang der Via Dolorosa, dem Weg, den bereits Jesus mit dem Kreuz auf dem Rücken beschritten haben soll. Die Menschen hielten immer wieder zum Gebet inne.

Heute Vormittag tritt im Vatikan erstmals die Kardinalskongregation zusammen, die die römisch-katholische Kirche in der Übergangsphase provisorisch leitet. Der Führungsstab der Weltkirche entscheidet über den genauen Ablauf der Beisetzungsfeierlichkeiten und bereitet die Wahl eines neuen Papstes vor. Diese Wahl muss 15 bis 20 Tage nach dem Tod beginnen. Dazu hat der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger bereits die 117 wahlberechtigten Kardinäle aus aller Welt nach Rom berufen. Dort sollen sie an dem streng abgeschirmten Abstimmungsverfahren, dem so genannten Konklave, in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan teilnehmen.

Johannes Paul II. war am Samstagabend im Vatikan nach mehr als 26 Amtsjahren und langer Leidenszeit im Alter von 84 Jahren gestorben. Politiker und Repräsentanten der Weltreligionen würdigten den Papst aus Polen als Mann des Friedens und großen spirituellen Führer.

Sein Leichnam wurde bereits gestern zunächst nicht öffentlich in den Räumen des Vatikans aufgebahrt. Dort konnten sich enge Wegbegleiter, Kardinäle, Politiker und Freunde von ihm verabschieden. Der Papst selbst hatte 1996 verfügt, dass seine sterblichen Überreste im roten Pontifikalgewand mit Mitra und Bischofsstab aufgebahrt werden sollten.

Unmittelbar nach Bekanntgabe des Todes von Johannes Paul II. kamen Hunderttausende Menschen überall auf dem Erdball zusammen, um zu beten. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) würdigte den Papst für sein unermüdliches Eintreten für den Frieden, für Menschenrechte, Solidarität und soziale Gerechtigkeit. Bundespräsident Horst Köhler erklärte, "wir Deutsche werden auch nicht vergessen, mit welcher Entschlossenheit, Konsequenz und mit welchem diplomatischen Geschick Johannes Paul II. die Freiheitsbewegung in Osteuropa inspiriert und begleitet hat."

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Abschied: Die Welt trauert um den Papst

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In Italien und fast allen Staaten Lateinamerikas, selbst im kommunistischen Kuba wurde Staatstrauer ausgerufen. In Polen, dem Geburtsland des Papstes, trauerten viele Hunderttausend Gläubige. Allein im Wallfahrtsort Tschenstochau versammelten sich am Abend rund 100.000 Menschen zu einer Messe. In Frankreich nahmen zur selben Zeit mehr als 15.000 Gläubige an einer Messe in der Pariser Kathedrale Notre Dame teil, unter ihnen auch Präsident Jacques Chirac und Premierminister Jean-Pierre Raffarin.

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