Traumwetter Kanu statt Knut
Hamburg - Auf den Winter haben die Deutschen vergeblich gewartet - dafür kommt der Sommer in diesem Jahr umso schneller. Schon lange gab es im April kein solches Wetter mehr wie heute. In Norddeutschland soll es 23 bis 28 Grad warm werden, am Oberrhein in Südbaden werden es voraussichtlich sogar 30 Grad. Nur zur Erinnerung: Vor einem Jahr fiel um diese Zeit vielerorts noch Schnee.
An den Klimawandel mag man heute lieber nicht denken, die Devise lautet einfach nur: raus, raus, raus in die Sonne! SPIEGEL ONLINE verrät, wo sich das Traumwetter am besten genießen lässt. Ob Ost oder West, ob Stadt oder Land - Deutschland hat zauberhafte Orte zu bieten.
Schon einmal an eine Kanufahrt gedacht? Für Hamburger ist das heute eigentlich Pflicht. Ab auf die Alster, ein paar Paddelschläge pro forma - und dann einfach treiben lassen. Auch in anderen Regionen kann man problemlos ein Boot mieten, Kanuverleihe gibt es fast an jedem größeren Fluss.
Oder lieber ein Ausflug mit der Familie? Ein Zoo wäre da genau das Richtige. Aber bitte nicht schon wieder Knut! Wer interessiert sich bei diesem Wetter schon für Eisbären? Strauße sind auch ganz nett - zum Beispiel im Zoo in Kronberg im Taunus. Oder Sie geben sich gleich Natur pur: an der ostfriesischen Küste, am Schluchsee im Schwarzwald, oder in Mecklenburg mit frei lebenden Nandus.
Doch Vorsicht: Mancherorts ist es mittlerweile fast zu heiß, die Waldbrandgefahr ist in weiten Teilen Deutschlands schon hoch. In Mühlheim an der Ruhr brannte gestern Abend bereits ein Waldstück. Wie die Polizei mitteilte, stand auf einer 3600 Quadratmeter großen Fläche Buschwerk in Flammen. In Schleswig-Holstein klagen auch die Bauern, dass sie mit größerer Trockenheit zu kämpfen haben.
Klimaforscher heben deshalb warnend den Zeigefinger: So schön das Wetter ist - normal ist es nicht. Der April in diesem Jahr sei "ein weiteres Zeichen für den Klimawandel", sagt der Kieler Klimaforscher Mojib Latif. "Für sich allein betrachtet sind diese warmen Temperaturen nichts Außergewöhnliches. Aber in ihrer Fülle sind die Anzeichen für den Klimawandel nicht mehr zu übersehen." Schon der vergangene Herbst sei viel zu warm gewesen, und auch der milde Winter hätte alle Rekorde gebrochen. "Das sind alles Anzeichen für eine globale Erwärmung", sagt Latif, der am Institut für Meereskunde der Universität Kiel arbeitet.
Trotzdem: Die Sonne zu genießen, kann einem heute keiner verbieten. Schließlich kommen auch wieder kältere Tage. Morgen sollen es noch einmal 27 Grad werden, danach wird es wieder bewölkt.
wal/dpa