Trendforscher: Männer haben ausgedient - DER SPIEGEL
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Trendforscher Männer haben ausgedient

"Männer sind auf dieser Welt einfach unersetzlich", sang in den achtziger Jahren Herbert Grönemeyer. Typisch Mann natürlich. Keine Ahnung hatte er. Ein Mann hat es jetzt bewiesen: Männer haben in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts ausgedient.
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Hamburg - Das angeblich starke Geschlecht wird nach Ansicht des Trendforschers Matthias Horx immer entbehrlicher. "Klassische männliche Berufe gehen den Bach runter", sagte Horx der Zeitschrift "Bunte". "Die fünf am schnellsten aufstrebenden Berufe sind alles weibliche Berufe, wie psychologische Betreuung und Altenpflege." Arbeitslose Männer, glaubt Horx, "werden ein Gewalt- und Verwahrlosungsproblem darstellen".

Auch für das Kinderkriegen seien Männer nicht mehr so wichtig, wenn sich künstliche Fortpflanzungsmethoden durchsetzten, sagte Horx. Außerdem hätten wohlhabende Männer über 50 neue Werte und würden sich nicht mehr für Firmenziele opfern.

Die Zeit des Jugendkultes sei bald vorbei, meinte der Zukunftsforscher. "Wir werden zunehmend zu einer Methusalem- Gesellschaft." In einer älter werdenden Gesellschaft würden Themen wie Gesundheit und Wellness zu einem "Megatrend". Vor allem Ausdauersportarten würden sich durchsetzen.

In der Wissensgesellschaft der Zukunft werde nur bestehen können, wer sein ganzes Engagement und die ganze Seele in die Arbeit einbringe. Emotionale Intelligenz sei immer mehr gefragt. Horx: "Firmen funktionieren immer mehr wie Indianerstämme - so wie heute schon viele junge Internet-Firmen."

Horx sieht außerdem eine "Oskarisierung" der Gesellschaft, ein starkes Ansteigen der Zahl von Aussteigern nach dem "Vorbild" des ehemaligen Bundesfinanzministers Oskar Lafontaine (SPD). Mit 50 komme eine "zweite Pubertät", und es werde eine "zweite Lebenswahl" getroffen.