Tropensturm 60 Tote auf philippinischer Ferieninsel
Cagayan de Oro - Über das mögliche Schicksal der Vermissten auf der Ferieninsel rund 740 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila herrscht nach Behördenangaben noch völlige Unklarheit. Ausländer kamen einem Armeesprecher zufolge wahrscheinlich nicht zu Schaden. Die Behörden befürchten allerdings noch höhere Opferzahlen.
Allein auf der beliebten Taucherinsel Camiguin ertranken in fünf Dörfern 54 Menschen, nachdem der Sturm dort schwere Überschwemmungen ausgelöst hatte. Die Wassermassen hätten mindestens 40 Häuser und Hütten mit sich gerissen und damit ein komplettes Dorf zerstört, berichtete der Kongressabgeordnete Jurdin Romualdo. Zwei Kinder kamen in der zentralen Provinz Cebu um. Auf der Insel Negros starben vier Einwohner in den Fluten. In Cebu wurden 16 Bergarbeiter in einem Stollen eingeschlossen. Trotz einer sofort eingeleiteten Rettungsaktion konnten sie bislang nicht geborgen werden.
"Lingling" hatte den Süden und die Mitte des Inselstaats mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 90 Kilometern pro Stunde heimgesucht und auf Camiguin die Stromversorgung sowie Telefonleitungen unterbrochen. Viele Straßen sind unpassierbar, mindestens drei Brücken wurden zerstört. Einem Armeesprecher zufolge hindern starke Winde und hoher Seegang bereit stehende Rettungstrupps am Einsatz.
Ein Überlebender aus Camiguin berichtete, die Fluten hätten seine Frau sowie seine ein und drei Jahre alten Kinder fortgerissen. Er habe sich retten können, indem er sich an einen Baumstamm klammerte. "Ich hörte, wie meine Frau und meine Kinder um Hilfe riefen, aber es war zu dunkel und die Strömung war zu stark, so dass ich nichts tun konnte", sagte er einer örtlichen Rundfunkstation. "Lingling" bewegte sich am Mittwoch mit 13 Kilometern pro Stunde nach Nordwesten.