Tropensturm: "Delta" wütet über den Kanaren - DER SPIEGEL
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Tropensturm "Delta" wütet über den Kanaren

Der Wirbelsturm "Delta" hat die Kanarischen Inseln heimgesucht und schwere Verwüstungen angerichtet. Mindestens sieben Menschen kamen ums Leben, die Behörden befürchten weitere Tote. Mehr als 250.000 Menschen waren ohne Strom.
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Madrid - Auf den Flughäfen der Inseln sitzen Hunderte Menschen fest, deren Flüge wegen des schlechten Wetters ausfielen oder verschoben wurden. Betroffen waren jedoch nur Flüge innerhalb der kanarischen Inseln. Erdrutsche drückten Mauern ein und stürzten Bäume um. Der Wind riss Strommasten, Bäume und Verkehrsschilder um. Erdrutsche und Überschwemmungen blockierten zahlreiche Straßen.

Der Sturm zieht weiter in Richtung Afrika, wo er in Marokko auf das Festland treffen soll. Auf Teneriffa nahm die Polizei acht Plünderer fest. Sie hatten das Chaos genutzt, um in Geschäfte einzubrechen.

Auf Fuerteventura kam ein Mann ums Leben, der gerade sein Dach reparieren wollte, wie ein Sprecher der Regionalregierung mitteilte. Der Sturm hatte gestern schon mindestens sechs Flüchtlinge aus Afrika das Leben gekostet, die mit etwa 46 weiteren in einem Boot auf die Kanaren gelangen wollten. 32 illegale Einwanderer konnten gerettet werden, für zwölf weitere gibt es kaum noch Hoffnung.

Mindestens drei Menschen wurden nach Rundfunkberichten verletzt, darunter gestern auch eine deutsche Urlauberin. Sie war bei einem Spaziergang in Santa Cruz auf La Palma von einer umknickenden Palme getroffen worden.

Der Archipel war stundenlang nahezu von der Außenwelt abgeschnitten, weil viele Flug- und Seeverbindungen ausfielen. Im Laufe des Tages konnten mehrere Flughäfen aber wieder geöffnet werden. Ein Sprecher des Reiseunternehmens Thomas Cook teilte mit, dass es keine Behinderungen im Tourismus gebe. Nach wie vor gingen die Flüge wie geplant zu und von den Kanaren.

"Delta" ist der 25. Sturm in der diesjährigen Hurrikan-Saison, die morgen offiziell zu Ende geht. Meteorologen warnen aber, dass sich auch im Dezember noch tropische Stürme und Hurrikane bilden können. Der Sturm erreichte Windgeschwindigkeiten von mehr als hundert Stundenkilometern. Ein Behördensprecher sagte, ein derartiger Sturm in dieser Jahreszeit sei ein "absolut anomales" Phänomen. Es sei das erste Mal, dass ein solcher Sturm die Kanarischen Inseln berühre.