Truppenbetreuung: Diven im Krisen-Einsatz - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Truppenbetreuung Diven im Krisen-Einsatz

Flugangst? Sicherheitsbedenken? Keine Spur. Die amerikanischen Pop-Diven Mariah Carey und Jennifer Lopez zeigen sich patriotisch und reisen zur Truppenbetreuung in den Kosovo und nach Afghanistan.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New York/Skopje - Mariah Carey ("Glitter") ist bereits am Dienstag zur Unterhaltung der im Kosovo stationierten US-Soldaten aufgebrochen. "Wir wollen ihnen ein bisschen Glamour bringen", sagte die 31-jährige Sängerin in der mazedonischen Hauptstadt Skopje kurz vor ihrem Abflug mit dem Hubschrauber zu den Soldaten der Friedenstruppe. Die Idee zum Truppenbesuch sei ihr während einer Werbetour durch Europa gekommen, fügte die im Militär-Stil gekleidete Carey hinzu. Unlängst hatte ihre Konkurrentin Janet Jackson ihre gesamte Europa-Tournee aus Sicherheitsgründen abgesagt. Carey hatte aber keine Bedenken, an ihren Plänen festzuhalten.

Zu Hause zu sitzen und sich nur noch an einem Ort aufzuhalten, könne sie sich nicht vorstellen, ergänzte die Pop-Diva. "Herumzureisen und mit unterschiedlichen Fans auf der ganzen Welt zusammen zu sein, bestärkt mich darin, weiter zu machen." Im Juli hatte Carey einen Nervenzusammenbruch erlitten und war in ein New Yorker Krankenhaus eingeliefert worden. Sie ist zwar mit mehr als einem Dutzend Nummer-eins-Singles und weltweit mehr als 150 Millionen verkauften Alben eine der erfolgreichsten Solo-Sängerinnen der USA, sieht sich momentan jedoch mit einer Durststrecke konfrontiert. Ihr Kino-Debüt "Glitter" und das zugehörige Album floppten in den Kino- und Musikcharts.

Eine andere, derzeit weitaus populärere Musik-Diva hat ebenfalls keine Bedenken, in Krisengebiete zu reisen. US-Soldaten im Afghanistan-Einsatz bekommen in den nächsten Tagen Besuch von der Latino-Queen Jennifer Lopez ("Play"). Gemeinsam mit anderen Popstars, unter ihnen Rocker Kid Rock und Rapper Ja Rule, ist sie dabei, wenn der Musiksender MTV auf einem Militärstützpunkt ein Neujahrs-Konzert vorproduziert.

Nach US-Medienberichten vom Dienstag wollte MTV allerdings aus Sicherheitsgründen nicht vorab bekannt geben, auf welcher Militärbasis in der Region die Show aufgezeichnet wird. In einer Pressemitteilung des Senders hieß es: "Das MTV-Publikum entspricht vom Alter her den jungen Männern und Frauen (der Armee) im Auslandseinsatz."