Tsunami-Jahrestag in Indonesien: Gebete, Gedenken, Tränen
Zehnter Jahrestag der Katastrophe Indonesier gedenken der Tsunami-Opfer
Banda Aceh - Dieses Bild ging vor zehn Jahren um die Welt: Eine strahlendweiße Moschee steht nahezu unbeschädigt in einer trostlosen Trümmerlandschaft. Die Häuser in der Umgebung sind fort, weggespült vom Tsunami, der 2004 weite Teile Südostasiens überschwemmte.
Diese Moschee steht seit 135 Jahren in Banda Aceh, einer Hafenstadt im äußersten Westen Indonesiens. Genau dort haben sich am Vorabend des zehnten Jahrestags der Katastrophe Tausende Menschen versammelt, um zu beten und an die Opfer von damals zu erinnern. Rund 7000 muslimische Geistliche, Überlebende und Rettungskräfte kamen in der Großen Moschee Baiturrahman zusammen.
Der Provinzgouverneur von Aceh, Zaini Abdullah, dankte den Menschen im In- und Ausland für ihre Hilfe beim Wiederaufbau. "Der Tsunami hat den Bewohnern von Aceh, die ihre Liebsten verloren haben, große Sorgen bereitet", sagte er. "Das Mitgefühl der Indonesier und der internationalen Gemeinschaft hat Aceh geholfen, sich zu erholen."
Die Gedenkfeier war die größte Versammlung in der Moschee seit dem Tsunami vor zehn Jahren. "Gott hat dieses Haus unbeschädigt gelassen. Deshalb glauben wir Muslime", sagte der Imam der Moschee, Azman Ismail. "Wir beten dafür, dass die Toten an der Seite Gottes willkommen geheißen wurden", sagte ein Regierungsbeamter.
Die indonesische Provinz Aceh war am stärksten von der Riesenwelle 2004 betroffen. Allein hier starben etwa 170.000 Menschen. Im Fischerort Meulaboh, wo der Tsunami die Rekordhöhe von 35 Metern erreicht hatte, wehten alle Flaggen auf Halbmast.
Insgesamt kamen an den Küsten rund um den Indischen Ozean mehr als 220.00 Menschen ums Leben. Die Welle war durch ein Seebeben der Stärke 9,3 vor der indonesischen Küste ausgelöst worden.
Am Freitagvormittag, genau zehn Jahre nach dem Beben, finden in Indonesien und anderen betroffenen Ländern die größten Gedenkveranstaltungen statt. Viele Überlebende kehren an die Orte zurück, an denen sie ihre Angehörigen verloren haben. Am Strand von Khao Lak in Thailand ist eine deutschsprachige Zeremonie geplant, bei der ein Grußwort von Bundespräsident Joachim Gauck verlesen werden soll. Nach offiziellen Angaben starben 534 Deutsche bei der Katastrophe in Thailand.