Tsunami-Alarm: Entwarnung nach Erdbeben vor Neuseeland - DER SPIEGEL
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Tsunami-Alarm Entwarnung nach Erdbeben vor Neuseeland

Aufatmen in Neuseeland: Ein heftiges Erdbeben vor der Westküste des Landes hatte einen Tsunami-Alarm ausgelöst - nach rund einer Stunde konnte allerdings Entwarnung gegeben werden.
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Wellington - Ein heftiges Erdbeben vor der Südwestküste Neuseelands hat am Mittwoch einen Tsunami-Alarm ausgelöst. Die Flutwelle erreichte jedoch nur Ausmaße von etwa 20 Zentimetern, so dass nach einer Stunde Entwarnung gegeben wurde, wie das US-Tsunami-Zentrum auf Hawaii mitteilte.

Das Beben ereignete sich in einer Tiefe von rund zwölf Kilometern unter dem Meeresboden. Mit einer Stärke von 7,8 waren es die heftigsten Erdstöße seit 78 Jahren.

Berichte über Opfer oder größere Schäden lagen vorerst nicht vor. Vorsichtshalber wurde auch im Osten Australiens ein Tsunami-Alarm ausgelöst. Dieser war am Mittwochabend (Ortszeit) noch in Kraft. Das Erdbeben war auf der gesamten Südinsel Neuseelands zu spüren.

Der neuseeländische Zivilschutz machte auf die Möglichkeit eines Tsunamis aufmerksam und rief die Küstenbewohner auf, Informationen im Radio zu verfolgen. Er betonte aber, dass es sich nicht um eine Tsunami-Warnung handelte. An der Westküste etwa 500 Kilometer nördlich des Epizentrums sollen höhere Wellen an Land geschwappt sein. Die Region ist aber ein riesiger Nationalpark mit Fjorden und ohne Siedlungen in Küstennähe.

Das Tsunami-Warnzentrum in Hawaii hob seine eigene Warnung später auf. Neuseeland wird jedes Jahr von Tausenden kleineren Erdbeben erschüttert. Die Stärke 7,8 erreichen aber weltweit weniger als 20 Erdbeben im Jahr.

Die australischen Behörden wollten gefährliche Wellen und Überschwemmungen auf der Insel Lord Howe rund 600 Kilometer vor der Ostküste nicht ausschließen. Sie forderten Küstenbewohner auf, höher gelegene Regionen aufzusuchen. Auf der Insel leben nur ein paar hundert Menschen. Es ist ein Urlaubsparadies, doch ist in Australien im Moment Winter und damit keine Saison. Die Warnungen wurden später ebenfalls aufgehoben.

"Alles hat gewackelt", berichtete Simon Wilson aus Invercargill, rund 160 Kilometer vom Epizentrum entfernt, im Rundfunk. "Das Haus hat gewackelt, die Tür und der Türrahmen, mein Zaun bewegte sich - das war ein Riesending." Sein Haus sei aber nicht beschädigt worden. "Es hat bestimmt vier bis fünf Minuten gebebt", sagte die Hotelmanagerin Aroha Patterson in Invercargill im Fernsehen.

"Die Kronleuchter schwangen hin und her, Tische und Stühle rutschten über den Boden, aber die Leute sind alle sehr ruhig geblieben." Angst vor einem Tsunami habe sich nicht verbreitet.

In der Ortschaft Tuatapere entstanden nach Polizeiangaben Risse an einigen Häusern, und Waren fielen aus den Regalen von Supermärkten. Schwerere Schäden wurden aber nicht gemeldet.

Rund 20 Minuten nach dem ersten Erdstoß registrierte das GNS ein heftiges Nachbeben der Stärke 6,1. Auch dieses richtete offenbar kaum Schäden an. Im Umkreis von Neuseeland kommt es häufig zu Erdbeben, weil dort die tektonischen Platten Australiens und des Pazifikraums aufeinandertreffen.

han/AP/dpa

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