Tsunami-Hilfe Deutsche finden Fluthilfe "angemessen"
Hamburg - Die Ankündigung der Bundesregierung, in den nächsten drei bis fünf Jahren insgesamt 500 Millionen Euro für die Tsunami-Opfer in Asien bereitzustellen, stößt auf klare Zustimmung. Laut einer TNS Infratest-Umfrage für den SPIEGEL finden 54 Prozent der Deutschen den Betrag "angemessen". 37 Prozent der Befragten halten die Summe für "zu hoch", lediglich 4 Prozent sagen, die finanzielle Hilfe falle "zu niedrig" aus. Befragt wurden 1000 Personen im Zeitraum vom 11. bis 13. Januar.
Die Bundesregierung und die SPD-Fraktion haben sich nach Informationen des SPIEGEL unterdessen darauf geeinigt, dass ein möglicher Schuldenerlass für die vom Seebeben betroffenen Staaten nicht auf die deutsche Fluthilfe von 500 Millionen angerechnet wird. Bundesfinanzminister Hans Eichel und die Haushälter der SPD rechnen damit, dass in diesem Jahr 100 Millionen Euro an Wiederaufbauhilfe abfließen, im nächsten Jahr bis zu 300 Millionen Euro. Laut einem internen Papier des Finanzministeriums ist Eichel zudem bereit, die humanitäre Soforthilfe des Auswärtigen Amts bei Bedarf um weitere 20 Millionen Euro zu erhöhen.
Um für Kriseneinsätze in Zukunft besser gewappnet zu sein, drängt Außenminister Joschka Fischer auf die rasche Anschaffung von Langstreckentransportern durch die Bundesregierung. Bei der Grünen-Fraktionsklausur in Wörlitz klagte er am Donnerstag, dass die Amerikaner bei den Hilfseinsätzen dank überlegener Ausstattung "viel schneller gewesen" seien als die Deutschen. Das Auswärtige Amt habe Probleme gehabt, auf dem "leergefegten Chartermarkt" Großtransporter zu bekommen. Fischer schlägt vor, die Flugzeuge "auf nationaler Ebene" dauerhaft zu mieten, bis voraussichtlich ab 2009 die bestellten Militärtransporter vom Typ Airbus A400M ausgeliefert werden. Der Minister favorisiert als Zwischenlösung die Boeing C-17.