Türkei 74 Menschen stürzen mit Passagierjet in den Tod
Diyarbakir - Die vierstrahlige Maschine vom Typ RJ-100 der Turkish Airlines mit 80 Insassen, davon drei Ausländer, stürzte am Abend beim Landeanflug auf einen militärischen Teil des Flughafen der südosttürkischen Stadt Diyarbakir. Soldaten halfen bei der Bergung der Opfer. Die Ursache des Unglücks war zunächst unklar. Der türkische Ministerpräsident Abdullah Gül schloss einen terroristischen Anschlag aus: "Davon kann nach ersten Erkenntnissen keine Rede sein." Verkehrsminister Binali Yildirim sagte, das Flugzeug sei in dichtem Nebel abgestürzt.
Wie das Verkehrsministerium mitteilte, überlebten nur sechs Insassen das Unglück. Die Verletzten wurden ins Krankenhaus von Diyarbakir gebracht. Sie hätten einen Schock erlitten, aber keine lebensgefährlichen Verletzungen, berichtete der Fernsehsender CNN-Turk. Es war zunächst unklar, ob Ausländer an Bord waren.
"Ich wurde weit hinaus auf einen Strohhaufen geschleudert", berichtete einer der Überlebenden der Nachrichtenagentur Anadolu. "Das Flugzeug war in zwei Teile gebrochen, alles brannte, dann eine Explosion." Er habe noch zwei Männer gesehen, die sich retten konnten. "Dann kamen die Soldaten und brachten uns ins Krankenhaus."
Auch Stunden nach dem Unglück war erst die Hälfte der Leichen geborgen. Genauen Aufschluss über die Unglücksursache soll die Auswertung der Aufzeichnungsgeräte ergeben. Bislang sei eine Black Box gefunden worden, berichtete der Generaldirektor der Fluggesellschaft im türkischen Fernsehen.
Zahlreiche Krankenwagen und Polizeifahrzeuge seien im Einsatz. Die Polizei habe den Flughafen-Terminal geräumt. Viele Menschen seien verzweifelt, berichtete ein Taxifahrer vor dem Gebäude. Das Flugzeug war um 17.35 Uhr (MEZ) in Istanbul gestartet und hatte um 19.15 (MEZ) in Diyarbakir landen sollen.