Türkei: Angeblicher Uran-Fund ist völlig harmlos - DER SPIEGEL
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Türkei Angeblicher Uran-Fund ist völlig harmlos

Das vermeintlich waffenfähige Uran, das türkische Polizisten bei Schmugglern gefunden haben wollten, hat sich als ein gänzlich ungefährliches Metall-Gemisch herausgestellt. Bereits am Wochenende waren die Verdächtigen wieder freigelassen worden.
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Istanbul – Die Stadt Sanliurfa, im Südosten der Türkei nahe Syrien, ist nur 250 Kilometer von der irakischen Grenze entfernt. Daher wurden die türkischen Behörden, aber auch US-Experten, hellhörig, als am Wochenende türkische Sicherheitskräfte in Sanliurfa zwei Männer festnahmen. Diese hatten in einem Taxi einen vermeintlich mit Uran gefüllten Behälter versteckt.

Am Montag hatte die türkische Atomenergiebehörde in Istanbul den Inhalt des Bleibehälters untersucht. Fazit: Das Material bestehe aus einer Mischung aus Zink, Blei und Magnesium. "Mit Sicherheit ist es kein radioaktives, gefährliches oder für einen bestimmten Zweck geeignetes Material", sagte Direktor Güler Köksal nach Analysen seiner Behörde der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu.

Zunächst waren die Ermittler noch von 15,7 Kilogramm Uran ausgegangen – das einem Schwarzmarktwert von fünf Millionen Dollar entsprechen würde. Doch bereits am Sonntag hatte sich herausgestellt, dass die sichergestellte Menge weit geringer war, als ursprünglich angenommen. Die zwei Männer trugen nur 140 Gramm eines Metalls bei sich, die Verdächtigen sind bereits am Wochenende wieder freigelassen worden.

Doch keine Atombombe für Bagdad

Wegen der geographischen Nähe zum US-Feind Irak war spekuliert worden, der Fund könne für das Regime in Bagdad und dessen angebliche Pläne zum Bau einer Atombombe bestimmt gewesen sein. Noch am Wochenende zitierte CNN einen US-Regierungsbeamten mit folgenden Worten: "Wenn das waffentaugliches Uran ist, dann ist es zum Fürchten. Dann wäre es die mit Abstand schlimmste Bestätigung unserer Befürchtungen über herumvagabundierendes Nuklear-Material."

Im vergangenen November hatte die türkische Polizei ein Kilogramm waffenfähiges Uran beschlagnahmt, das aus Osteuropa in die Türkei geschmuggelt worden war. Die USA befürchteten, das Material könne in die Hände von Extremisten gelangen – zum Beispiel in den Irak.