Türkei: Flüchtlingsboot gesunken - 60 Tote vermutet - DER SPIEGEL
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Türkei Flüchtlingsboot gesunken - 60 Tote vermutet

Vor der türkischen Küste nahe der Stadt Marmaris hat sich eine Schiffstragödie ereignet. Ein Schiff mit etwa 60 illegalen Einwanderern an Bord ist gesunken. Bis auf einen Mann sind vermutlich alle Passagiere ums Leben gekommen.
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Istanbul - Der türkische Gouverneur Hüseyin Aksoy erklärte, das Boot sei am Samstagabend von Marmaris im Süden des Landes in Richtung Rhodos in See gestochen. An Bord seien Flüchtlinge aus Jordanien, Irak und Afghanistan gewesen.

Der bislang einzige Überlebende wurde am Samstagabend im Meer treibend aufgegriffen. Er hatte sich an ein Stück Holz geklammert. Nur von ihm erfuhren die Behörden von dem Unglück. Der Iraker gab laut einem Bericht des türkischen Fernsehsenders NTV an, das hölzerne Boot habe sich plötzlich mit Wasser gefüllt und sei sofort gesunken. An Bord waren den Angaben zufolge auch eine Frau und ein zehnjähriges Mädchen.

Bislang fehle von dem Schiff jede Spur, sagte Aksoy. Nahe der Insel Rhodos wurden drei Leichen entdeckt, wie die griechischen Behörden mitteilten. Rettungskräfte waren mit Schiffen und Hubschraubern auf der Suche nach Überlebenden, auch die griechischen Behörden sagten laut Aksoy ihre Hilfe zu. Während die halbamtliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, das Boot sei vermutlich 15 Kilometer von Marmaris entfernt gesunken, ging der Gouverneur von einem Schiffbruch näher an Rhodos aus.

Jedes Jahr versuchen tausende Menschen aus dem Nahen Osten, Afrika und Asien über die Türkei nach Europa zu gelangen. Mehrere EU-Länder drängen die Regierung in Ankara, härter gegen illegale Einwanderung durchzugreifen.