Türkei Zehn Tote nach Wohnheimexplosion
Ankara - "Ich dachte, es wäre ein Erdbeben. Als ich meine Augen öffnete, sah ich Gebäudeteile über mir liegen", berichtete Lehrer Arif Demirezan der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren 23 Menschen im Gebäude. Durch die Wucht der Detonation stürzte das Dach ein und begrub die schlafenden Schüler und Lehrer unter Trümmern.
Die Explosion riss zehn Jungen in den Tod, zwölf weitere Schüler sowie einer der Lehrer wurden am Nachmittag ins Krankhaus gebracht. Zwei Kinder schweben noch in Lebensgefahr.
Vermutlich sei ein Gasbehälter in der Wohnheimküche explodiert, teilte der Bürgermeister von Kayseri, Mehmet Ozhaseki, am Freitag mit. "Zurzeit gibt es mehrere Theorien. Vermutlich hat aber der Koch und kein Fachmann den defekten Tank angeschlossen." Dieser soll inzwischen von der türkischen Polizei verhört worden sein.
Das Wohnheim gehört zu einer kleinen islamischen Oberschule in Kayseri, rund 770 Kilometer südöstlich von Istanbul. Türkische Medien führten das Unglück auch auf die allgemein sehr schlechte Bauweise im Land zurück. Nach einem mittelschweren Erdbeben war erst im Mai ein Wohnheim eingestürzt. 84 Schüler kamen dabei ums Leben.