U-Boot-Kollision Zivilist leitete Auftauchmanöver ein
Honolulu - Allerdings habe ein Besatzungsmitglied direkt neben ihm gestanden, sagte John Hall am Donnerstag dem US-Fernsehsender NBC. Das U-Boot stieß am Freitag nach seinem plötzlichen Auftauchen mit einem japanischen Fischkutter zusammen und versenkte ihn.
"Ich war im Kontrollraum und wurde vom Kapitän gefragt, ob ich die Gelegenheit nutzen und die Hebel ziehen wolle, um damit den Beginn der Prozedur einzuleiten, die er Blowdown nannte." Bei diesem Manöver wird mit Kompressoren Luft in die Ballasttanks des U-Boots geblasen, das dann an die Wasseroberfläche steigt. Hall erinnert sich weiter: "Ich sagte: Klar, das würde ich sehr gerne tun."
Bereits am Mittwoch hatte John Hammerschmidt von der mit der Untersuchung beauftragten Nationalen Verkehrssicherheitsbehörde (NTSB) der USA den Vorgang in Grundzügen bestätigt. Der Unfall sei sicherlich ungewöhnlich, sagte er, aber er sei sich nicht sicher, ob die Tatsache ungewöhnlich sei, dass sich Zivilisten in solchen Positionen wie auf der "Greenville" befänden.
Todd Thoman, ein anderer Zivilist an Bord des U-Boots, sagte der NBC, dass vor dem Auftauchen das Periskop eingesetzt worden sei. Nachdem das U-Boot die für den Einsatz des Suchrohrs erforderliche Höhe erreichte, hätten ein Crew-Mitglied und der Kapitän durch das Periskop geblickt und erst dann das Auftauchen fortgesetzt. Mit "größter Wahrscheinlichkeit" hätten die beiden die Meeresoberfläche nach Schiffen abgesucht.
Das japanische Außenministerium war zunächst nicht zu einer Stellungnahme bereit. Es läge noch keine offizielle Bestätigung der US-Regierung vor, hieß es. Noch am Donnerstagmorgen hatte der japanische Außenminister Yohei Kono das Thema in einem 20-minütigen Gespräch mit US-Außenminister Colin Powell erörtert und die Informationspolitik der USA gerügt. Japan sei zunächst nicht direkt darüber aufgeklärt worden, dass Zivilisten möglicherweise eine Rolle bei der Kollision gespielt hätten, sagte Kono nach Angaben seines Ministeriums. Wenn sich das aber bewahrheiten sollte, wäre dies ein "extrem schwerwiegendender Vorfall".