Uganda Massengrab im Garten des "Propheten"
Rugazi - Das Grab enthielt 74 Leichen, darunter 28 Kinder, teilten die ugandischen Behörden am Montag mit. Es befand sich am Rande eines Zuckerrohrfeldes nahe der Ortschaft Rugazi. Die Polizei rechnet mit weiteren Leichenfunden. Kibweteere, der sich "der Prophet" nennt, gilt seit dem Massenselbstmord seiner Anhänger in der Kirche als flüchtig.
Einige der Leichen wiesen Stichwunden auf, andere hatten Tücher um ihre Kehlen gewickelt. Die Menschen sind nach Angaben des örtlichen Arztes seit etwa einem Monat tot. Nach einer flüchtigen Untersuchung durch den Arzt sollten sie wieder begraben werden. Ein Polizeisprecher erklärte, nur so könne eine Ausbreitung von Krankheiten vermieden werden.
Die ugandische Regierung stellte unterdessen ein Team von Wissenschaftlern zusammen, das die Überreste obduzieren und auch die 153 Leichen aus den am Freitag entdeckten Gräbern erneut exhumieren soll. Ein Arzt hatte in dem Dorf Duhunga die Leichen kurz untersucht und dann wieder begraben lassen. Polizeisprecher Terenzi Kingera erklärte, der Arzt sei mit der Aufgabe überfordert gewesen, daher müssten die Leichen erneut begutachtet werden. Dem Regierungsteam gehören Chemiker, ein Pathologe und Gerichtsmediziner an. Sie sollen Kingera zufolge in erster Linie erklären, ob die Menschen vergiftet wurden.
Die ugandischen Behörden erklärten unter Berufung auf Augenzeugen, die Sektenführer Cledonia Mwerinde und Joseph Kibweteere seien am Tag des Kirchenfeuers aus Kanungu geflüchtet. Polizei und Dorfbewohner vermuteten, dass die Sektenführer flüchteten, weil der von ihnen für den 31. Dezember vorhergesagte Weltuntergang nicht eintrat. Die Mitglieder könnten deshalb ihre Besitztümer zurückverlangt haben, die sie zuvor der Sekte übergeben hatten. Die "Bewegung zu Wiedereinsetzung der Zehn Gebote" hatte bis zu 1000 Mitglieder. Die Polizei fürchtet, dass die meisten den Sektenführern zum Opfer fielen.