Ukraine: Retter entdecken 21 Überlebende nach Grubenexplosion - DER SPIEGEL
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Ukraine Retter entdecken 21 Überlebende nach Grubenexplosion

Einen Tag nach der schweren Methangas-Explosion in einem ukrainischen Kohlebergwerk haben Helfer 21 Überlebende aus den Trümmern gerettet. Jetzt wird fieberhaft nach weiteren Vermissten gesucht - der Schacht füllt sich zunehmend mit Grundwasser.
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Kiew - Rettungskräfte hätten die Überlebenden in mehr als 800 Metern Tiefe entdeckt, sagte Vizeregierungschef Alexander Turtschinow der Agentur Interfax zufolge. Noch immer unklar war laut Medienberichten das Schicksal von weiteren 13 Bergleuten.

Ein Kumpel konnte nur noch tot aus der staatlichen Mine "Karl Marx" im Donezk-Revier geborgen werden. Fünf Arbeiter, die sich während der Explosion auf dem Grubengelände befanden, wurden mit schweren Verbrennungen in umliegende Krankenhäuser eingeliefert. Noch werden 13 Menschen in tausend Metern Tiefe vermisst, wie die Behörden berichteten.

Als sich das Unglück ereignete, führten die Bergleute gerade Wartungsarbeiten unter Tage durch. Die Mine war kurz zuvor wegen mangelnder Sicherheit geschlossen worden.

Die Lüftung der Grube sei nicht beschädigt worden, erklärte der stellvertretende Ministerpräsident Oleksandr Turchynow am Sonntagabend im ukrainischen Fernsehen. Die Mine wird seinen Aussagen nach vorerst geschlossen bleiben. Rund 200 Einsatzkräfte arbeiteten mit Hochdruck, weil sich der Schacht zunehmend mit Grundwasser fülle und nur wenig Zeit bleibe. Die Helfer seien bis in eine Tiefe von 625 Metern vorgedrungen, danach seien die Wege blockiert.

Der Hauptschacht der Grube "Karl Marx" nahe Donezk im Osten des Landes war bei der Explosion am Sonntag zerstört worden, wie die Minenaufsichtsbehörde mitteilte. Die Detonation sei so stark gewesen, dass Fensterscheiben in Gebäuden an der Erdoberfläche zu Bruch gingen, berichteten Augenzeugen.

Das Kohlerevier Donezk liegt rund 650 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Kiew. Die ukrainischen Minen sind zumeist veraltet und gehören weltweit zu den gefährlichsten. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden 4800 Menschen bei Grubenunfällen getötet.

imo/AP/dpa