Umfrage 74 Prozent für Kampfhund-Verbot
Hamburg/Stuttgart - Eine deutliche Mehrheit von 74 Prozent der Deutschen ist dafür, Zucht und Haltung von Kampfhunden generell zu verbieten. Das ermittelte das Meinungsforschungsinstitut "dimap" (Bonn-Bad Godesberg) in einer repräsentativen Umfrage unter 1100 Befragten für die "Bild"-Zeitung und den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Vor allem ältere Menschen über 60 (85 Prozent) und Westdeutsche (77 Prozent) sprechen sich für das Kampfhund-Verbot aus. 22 Prozent der Befragten glauben, dass es nicht nötig ist, Kampfhunde zu verbieten.
Unterdessen bestätigte das Innenministerium in Stuttgart, dass in Baden-Württemberg bestimmte Hunderassen ganz verboten werden sollen. Eine entsprechende Verordnung solle in "drei oder vier Monaten" fertiggestellt werden, sagte Landespolizeipräsident Erwin Hetger in einem Interview mit dem Südwestrundfunk. Ausnahmen solle es im Einzelfall geben, wenn der Hundezüchter zuvor seine Sachkunde und sein Interesse nachgewiesen und eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat. Auch Berlin und Nordrhein-Westfalen planen ein Verbot von bestimmten Rassen.
Seit Jahren versuchen Kommunen und Länder, mit Verordnungen oder höheren Hundesteuern Gefahren durch so genannte Kampfhunde abzuwehren. In Schleswig-Holstein etwa herrscht seit 1993 Leinen- und Maulkorbzwang für "gefährliche Hunde". In Hamburg und Hessen müssen Halter bis zu 10.Drei viertel der Deutschen sind dafür, 000 zahlen, wenn sie ihrem bissigen Vierbeinern keine Maulkorb verpassen. Ebenso wie in Hamburg sind in Brandenburg und dem Saarland polizeiliche Erlaubnisse für die Haltung und Züchtung solcher Tiere erforderlich. Als besonders geeignet für die Ausbildung zum Kampfhund gelten etwa Pit-Bullterrier oder Mastinos.