Umsonst und draußen - DER SPIEGEL
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LEIBESÜBUNGEN Umsonst und draußen

• aus DER SPIEGEL 36/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In New York könnten Fitnesscenter demnächst out sein. Jugendliche, meist schwarze, haben die Straße zum idealen Trainingsraum erkoren. Sie stärken ihre Oberarmmuskeln, indem sie sich an Gerüsten hochziehen, klettern Ampeln oder Notrufsäulen hinauf und absolvieren Liegestütze auf dem Bürgersteig. Geboren wurde der neue Trend in Gefängnissen, in denen unterbeschäftigte Strafgefangene sich das Ziel setzten, nach der Entlassung wenigstens mit einem gestählten Körper in die Freiheit zu gehen. Jugendliche in New York, Miami und Los Angeles übernahmen den Sport für die Straße - und triumphieren nun über die Mittelschicht-Berufstätigen, die neben den Benutzerkosten für einen Stairmaster noch 60 Dollar pro Stunde für ihren Personal Trainer berappen. Ab September gibt es die Stars der Straßenakrobaten auf Video. Dessen Produzent hofft auf einen Verkaufserfolg, denn der Film kombiniere Elemente des HipHop mit Reality TV. In einigen Filmszenen lehren die Athleten Passanten Klimmzüge an Laternen - das Ganze in einer Sprache, für die man neben Muskeln auch gute Nerven mitbringen sollte. Straßenjungs sind mit ihren Schülern nicht so geduldig wie gut bezahlte Trainer.

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