Umweltkatastrophe: Ölpest bei Rio bedroht Mangrovensümpfe - DER SPIEGEL
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Umweltkatastrophe Ölpest bei Rio bedroht Mangrovensümpfe

Die größte Ölpest der Region seit zehn Jahren hat bei Rio de Janeiro 40 Quadratkilometer Wasser und Land verseucht, darunter ein Naturschutzgebiet. Biologen sprechen von irreparablen Schäden.
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Rio de Janeiro - Die durch den Bruch einer Pipeline ausgelöste Ölpest in der Guanabara-Bucht breitet sich weiter aus. Sie erreichte auch die Guapimirim-Mangrovensümpfe, die zahlreiche seltene Pflanzen- und Tierarten beherbergen. Das brasilianische Fernsehen zeigte am Donnerstag ölverschmutzte Silberreiher, die sterbend am Strand lagen.

Die Pipeline gehört dem staatlichen Ölkonzern Petrobras. Am Dienstag waren nach offiziellen Angaben mindestens 500.000 Liter Öl ausgelaufen. Behörden und Umweltschützer sprachen am Mittwoch von der größten Umweltkatastrophe im Bundesland Rio de Janeiro seit einem Jahrzehnt. Wie der Biologe Mario Moscatelli vom staatlichen Umweltamt am Donnerstag erklärte, könnte das komplizierte Ökosystem der Mangrovensümpfe irreparabel geschädigt werden. Selbst ein Sprecher von Petrobras räumte ein, dass es mindestens drei Jahre dauern werde, bis sich das Ökosystem der Sümpfe wieder halbwegs regeneriert habe. Fachleute hielten diese Schätzung für zu optimistisch.

Auf die Firma Petrobras, die von Umweltschützern und Behörden für das Desaster verantwortlich gemacht wird, könnten nun Klagen der Betroffenen, besonders der ortsansässigen Fischer, zukommen. Für das Leck in der Pipeline droht dem Konzern eine nach den Worten des Umweltministers von Rio de Janeiro lächerlich geringe Geldbuße von 94.000 Real (97.000 Mark). Der Minister, André Correia, verlangte bereits drastischere Strafen für Umweltvergehen.

Der Umweltausschuss des Landesparlaments von Rio hat indessen Klage gegen Petrobras erhoben. Wie der Fernsehsender Globo berichtete, könnte der Konzern mit einer Geldstrafe von 5000 Real (5150 Mark) für jedes verendete Tier belegt werden.