Umweltschutz: Schokolade essen schützt den Regenwald - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Umweltschutz Schokolade essen schützt den Regenwald

Schluss mit dem schlechten Gewissen beim Schokolade naschen. Das Zeug macht zwar fett, aber nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen kann man mit dem Genuss von Schokolade zur Rettung des Regenwaldes beitragen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Washington - Schokolade besteht zum größten Teil aus Kakao, einer Pflanze, die im Schatten besonders gut gedeiht. Und das angesehene Worldwatch-Institut in Washington schlägt nun vor, den Regenwald in Brasilien durch behutsamen Anbau von Kakao-Pflanzen zu schützen.

"Kakao hat großes Naturschutzpotenzial", sagte der Koautor der entsprechenden heute veröffentlichten Studie des Instituts, Chris Bright. "Es ist eine hochwertige Anbaupflanze, die unter dem Dach des Regenwaldes angebaut werden kann."

Brasilien wäre nach Angaben von Worldwatch ideal geeignet, Kakao unter umweltfreundlichen Bedingungen anzubauen, hochwertige Schokoladenprodukte herzustellen, Tausenden von Bauern Arbeit zu verschaffen und die Schoko-Fangemeinde in eine internationale Bewegung zur Erhaltung des Regenwaldes einzuspannen.

Im Regenwald an der brasilianischen Atlantikküste wurde früher schon Kakao im Schatten der Bäume angebaut. Nach massivem Preisverfall und einer verheerenden Pilzinfektion gaben Zehntausende Kakaobauern den Anbau in den neunziger Jahren auf.

Weil die Preise wieder angezogen sind und pilzresistente Kaffeepflanzen auf dem Markt sind, plädiert Worldwatch dafür, den Kakaoanbau wieder zu beleben. Bright schlug aber vor, gleichzeitig neue Kakao-Produkte zu entwickeln und Schoko-Liebhabern vor Augen zu führen, dass sie mit dem Schokogenuss einen Beitrag zum Erhalt des Regenwaldes leisten können.