Unbezahlte Rechnung Ehepaar stirbt nach Stromabschaltung
Salzgitter - Nach Polizeiangaben starb das Ehepaar aus Baddeckenstedt im Landkreis Wolfenbüttel bereits am vorletzten Sonntag an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Zum Schutz der Privatsphäre der Familie habe man nicht über das Unglück informiert, sagte am Mittwoch in Salzgitter ein Polizeisprecher, der damit einen Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" bestätigte.
Dem Ehepaar, das zusammen mit zwei Söhnen ein Einfamilienhaus in Baddeckenstedt bewohnte, war am 20. November der Strom abgestellt worden. Nach Angaben der E.ON Avacon Vertriebsgesellschaft schuldete die Familie dem Energieversorger einen vierstelligen Betrag. Die Eheleute installierten daraufhin im Keller ihres Hauses ein motorbetriebenes Notstromaggregat, das eigentlich nur im Freien benutzt werden soll. Die Abgase des Motors leiteten sie über einen Schornstein ab.
"Durch Vibrationen des Motors hat sich ein Rohr des Aggregats gelockert und so Abgase freigesetzt", sagte Polizeisprecher Ralf Schärer. Die Abgase drangen aus dem Keller in das im Erdgeschoss liegende Schlafzimmer des Ehepaares ein. Die beiden 20 und 22 Jahre alten Söhne, die im Dachgeschoss übernachteten, fanden ihre Eltern am Morgen tot in ihren Betten.
Nach Angaben der E.ON Avacon Vertriebsgesellschaft hatte die Familie lange Zeit Strom über einen Zähler bezogen, der nicht angemeldet war. Der Zähler sei im Mai nachträglich angemeldet worden, sagte eine Sprecherin. Dabei sei eine offene vierstellige Stromrechnung entstanden.
Man habe zunächst versucht, sich auf Ratenzahlungen zu einigen. Die Familie habe aber nicht angeboten, die Außenstände in einem absehbaren Zeitraum abzutragen. Nach weiteren Mahnungen und einer Vorankündigung habe man den Strom abgestellt.