UNTERHALTUNG Unchristliche Mouse?
Stolz wie Oscar hatten die Konzernbosse ihre fortschrittlichen Beschlüsse verkündet. Der Unterhaltungs-Riese Disney wolle künftig auch Angestellten, die mit gleichgeschlechtlichen Partnern zusammenleben, dieselben Vergünstigungen bei der firmeneigenen Gesundheitsvorsorge einräumen wie deren heterosexuellen Kollegen. Doch statt Zustimmung ernteten die schwulenfreundlichen Manager der Mickey Mouse herbe Attacken - jedenfalls von den ultrakonservativen Southern Baptists, der größten Gruppe der US-Protestanten. Die religiösen Fundamentalisten, rund sechs Prozent der US-Bevölkerung, erkannten in der Disney-Direktive reines »Antichristentum« und riefen ihre 15,7 Millionen Mitbrüder und Betschwestern zum umgehenden Total-Boykott aller Disney-Produkte auf. Die Börse reagierte auf die Drohung gelassen. Der Kurs der Disney-Aktie stieg am Tag nach der Boykott-Bekanntgabe um 87,5 Cent.