Unfall nach Drängelei: Polizei sucht Ferrari-Fahrer - DER SPIEGEL
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Unfall nach Drängelei Polizei sucht Ferrari-Fahrer

Nach einem schweren Unfall mit drei Schwerverletzten am Pfingstsonntag fahndet die Polizei nach dem Fahrer eines roten Ferrari, der als Verursacher des Unfalls gilt. Eine heiße spur gibt es bereits.
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Tauberbischofsheim - Die Ermittlungen konzentrieren sich nach Auskunft der Autobahnpolizei Tauberbischofsheim vom Samstag derzeit auf einen Ferrarifahrer, der in einem Firmenwagen aus dem nordrhein-westfälischen Kreis Wesel am Pfingstwochenende an einem Fahrertraining in Boxberg (Main-Tauber-Kreis) teilgenommen hat. Der Mann könnte den Unfall verursacht haben, sagte die Polizei.

Auf Grund von Presseberichten habe sich ein Zeuge gemeldet, der sich an Teile des Kennzeichens erinnerte, teilte die Polizei weiter mit. Bislang sei der Ferrari-Fahrer, der in Nordrhein-Westfalen wohnt, aber noch nicht vernommen worden.

Bei dem Unfall auf der A 81 bei Tauberbischofsheim waren eine Autofahrerin und ihre beiden Insassen schwer verletzt worden. Zeugen hatten ausgesagt, ein roter Ferrari mit Weseler Kennzeichen sei so dicht hinter den Wagen der Opelfahrerin aufgefahren, dass diese das Lenkrad verriss und ins Schleudern geriet.

Der Fall erinnert an den Unfall auf der A 5 zwischen Karlsruhe und Bruchsal, der im Juli 2003 für Aufsehen gesorgt hatte: Dabei soll ein DaimlerChrysler-Ingenieur den Kleinwagen einer 21-Jährigen mit so hoher Geschwindigkeit bedrängt haben, dass die junge Frau vor Schreck das Steuer verriss. Der Wagen schleuderte gegen eine Baumgruppe, Mutter und zweijährige Tochter waren sofort tot.

Der Mann steht vom 6. Juli an erneut vor Gericht. In der Berufungsverhandlung am Landgericht soll abermals geklärt werden, ob er durch Drängelei den Unfalltod der 21-Jährigen und deren Tochter verursacht hat. Das Amtsgericht Karlsruhe hatte den 34-Jährigen in erster Instanz Mitte Februar unter anderem wegen fahrlässiger Tötung zu einer eineinhalbjährigen Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt.